Heute stand gar nichts auf dem Programm. Wir sind gerade wieder in Kathmandu – dem Ort, an dem auch unsere Reise gestartet ist. Ich habe mal wieder Halsschmerzen – wie immer zum Ende solcher Rundreisen :-/

Wir sind heute zu viert losgezogen. Es bestand die Möglichkeit, einen Ausflug mit der Reisegruppe zu buchen und mit dem Bus in eine Stadt zu fahren – aber wir 4 wollten gerne nach Pattan in die Königsstadt. Also haben wir uns ein Taxi genommen, kurz den Preis verhandelt und dann gings auch schon los. Es ist ein einziges Verkehrschaos in Kathmandu. Unglaublich. „Das hier nicht mehr passiert“ hatte ich so grade im Kopf als unser Taxifahrer in einen Roller fuhr. Es knallte kurz – ein böser Blick der Rollerfahrerin – ein böser des Taxifahrers – und beide fuhren einfach weiter. Als wenn nichts gewesen sei. Die Verkleidung vorne am Auto (keine Ahnung wie man das nennt 😀 ) hing halb daneben aber okay. Kann man machen. Macht man hier scheinabr so 😉

In Pattan angekommen gingen wir zuerst zum zentralen Platz. Wir wussten, dass wir dort umgerechnet ca. 10 Euro Eintritt bezahlen mussten – wussten aber nicht genau wo. Also erst mal die Kamera ausgepackt und angefangen, zu knipsen. Da kam auch schon ein Polizist und fragte nach unseren Tickets. Tjaja…. die hatten wir aber nicht – weil wir die Ticket-Bude noch nicht gefunden hatten. Also durften wir vier schön hinter dem Polizisten herlaufen, bis wir an der Ticketbude waren. Ticket gekauft und alles war gut 😉

Das Geld wird für den Wiederaufbau bzw. für den Wiederaufbau der durch das Erdbeben 2015 verursachten Schäden verwendet und das finde ich eine gute Lösung für diese Königsstadt. Es fehlen einige Statuen und Schreine. Und viele sind beschädigt oder komplett mit Gerüsten „eingezäunt“. Und trotzdem hat mich diese Stadt total umgehauen. Es war nichts mehr zu merken von dem Chaos wie vorher in Kathmandu. Irgendwie strahlte diese Stadt eine gewisse Ruhe aus.

Im goldenen Tempel kam auf einmal ein Mann auf uns zu, der uns in Englisch ansprach. Wir kamen ins Gespräch und er fing an, uns die gesamte Tempelanlage zu zeigen und zu erklären. Ca. 1 Stunde liefen wir hinter ihm her und hörten ihm zu. Gut – er hat uns anschließend seinen kleinen Raum gezeigt, in dem er Mandalas malt und wollte natürlich auch was davon verkaufen. Aber das war uns mehr oder weniger schon vorher klar, dass er das Ganze nicht erklärt, weil gerade schönes Wetter ist 😉 Der Steffen hat dann auch eins gekauft und so war der Mann und Steffen ebenfalls glücklich.

Nach unserer Städte-Tour waren wir noch kurz was einkaufen und dann ging es im Hotel ans Koffer-packen 😉

Yes! Heute morgen um 4 Uhr ging wieder der Wecker. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigte zumindest, dass es nicht wieder wie gestern morgen regnet. Also ab unter die Dusche, Kamerasachen eingepackt, Pulli eingepackt und es ging 600 Höhenmeter nach oben zu einem Aussichtspunkt. Und da waren sie. Die dicken großen Berge. Das Himalaya-Gebirge…zum greifen nah! Es war der Oberhammer! Es war der Wahnsinn! Was für eine Aussicht… das war in Fotos gar nicht einzufangen.

Und für mich war das irgendwie schon der „Abschluss der Reise“ – auch wenn wir noch ein paar Tage haben. Irgendwie waren damit alle Sachen erreicht bzw. gesehen, die ich sehen und kennenlernen wollte.
Und ja – irgendwie freue ich mich auf zuhause. Es klingt total blöd gerade…das weiß ich – aber es waren die letzten 2,5 Wochen so viele Eindrücke und Erlebnisse… für mehr ist in meinem Kopf gerade kein Platz mehr.

Wenn ich zurückschaue, wie voll die letzten 2,5 Wochen waren….was für ein Programm wir in dieser Zeit „durchgeballert“ haben…

Es ging in einem Flieger über das Himalaya-Gebirge, in Städte, zu Tempeln. Wir bekamen Erklärungen und Führungen. Wir haben viele Menschen kennenlernen dürfen. Wir waren in einem Kloster und haben dort übernachtet- wir durften mit den Mönchen zu abend essen und mit ihnen frühstücken. Und ja es gab Bohneneintopf zum frühstück! Wir waren bei einer Zeremonie der Mönche dabei… sind gewandert…durch kleine Dörfer…mehrere Stunden durch die Hitze – an mehreren Tagen. Wir sind unglaubliche Strecken mit dem Bus gefahren. Für knapp 200 Kilometer 14 Stunden. Wir standen im Stau wegen Erdrutschen vor und hinter uns. Es ging nichts mehr. Uns ist während der Fahrt mit dem Bus der Busreifen hinten rechts geplatzt. Wir haben uns die Verbrennungsanlagen angeschaut…und die tote Frau, die am Fluss lag, kreist noch immer in meinem Kopf herum…
Wir haben die Milchstraße fotografiert. Sind morgens früh zum Sonnenaufgang wieder aufgestanden und da Fotos nicht möglich waren, saßen wir um 5 auf dem Dach des Hotels und haben einfach nur gequatscht. Es gab etliche Stromausfälle. Ich war einmal komplett eingeseift und es kam kein Wasser mehr aus der Leitung…Wir haben Flummis verteilt und kurz lachende Kinderaugen gesehen. Wir sind mit wackeligen Einbaumbooten in Krokodilgewässern gefahren. Es gab eine Jeep-Safari, bei der wir Tiere beobachten konnten. Gestern gabs noch eine weitere Bootsfahrt uns unser Besuch in der Blindeneinrichtung für Massagen.

Und was wir über dieses Land alles lernen bzw. erleben durften…
Hier gibts keine wirklichen Straßen…das sind alles Holperpisten und die Nepalesen brauchen tatsächlich für knapp 100 Kilometer mehrere Stunden.
Es gibt keine wirkliche Infrastruktur in diesem Land. Die Menschen sind sehr arm. Der Durchschnittslohn liegt bei 240 Euro im JAHR!

Und ganz wichtig… die Menschen:
Die Menschen…. Kinder arbeiten statt zur Schule zu gehen. Sie schleppen schwere Lasten. Sie leben in Holzverschlägen und Blechhütten. Es gibt kein Trinkwassersystem in Kathmandu seit des Erdbebens in 2015 ist alles zusammengebrochen. 98% des Wassers hier sind verseucht.
Für uns heißt das kein Salat- kein Obst- keine Eiswürfel in Getränken und Flaschenwasser zum Zähneputzen. Für die Nepalesen ist das eine schwere Katastrophe.

Sie waschen ihre Kleidung im Fluss, trocknen diese auf Wellblechern. 70% der Nepalesen sind arbeitslos. 80% sind Analphabeten. Wenn man an den „Häusern“ vorbeifährt oder vorbeiläuft… sitzen die Menschen davor. Schauen in der Gegend rum. Versuchen, selbst angebautes Gemüse und Obst zu verkaufen.
Die Familien haben viele Kinder. „Je mehr Hände desto mehr Hilfe bei der Arbeit“.
Schulbildung wenn dann nur für die Jungs. Die Mädels gehören in den Haushalt – ist die Meinung hier.
Wir sehen junge Mädels vor den „Häusern“ fegen. Menschen „duschen“ an Wasserpumpen oder waschen sich in Flüssen.

All diese Eindrücke und Bilder schwirren in meinem Kopf herum. Und irgendwie muss all das erst mal sortiert werden.
Ich freu mich auf zuhause. Ich freu mich, ohne Bedenken den Wasserhahn aufdrehen zu können. Auf normale geteerte (!) Straßen…

Nepal war eine gute Erfahrung – es war gut, diese Reise gemacht zu haben und diese Eindrücke und Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Und eins darf man nicht vergessen: Die Menschen hier haben eine unglaubliche Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft! Es war keiner dabei, der einen blöd angemacht hat – sondern die Nepalesen sind sehr freundliche und zuvorkommende Menschen.
Trotz, dass sie so wenig haben, scheinen sie immer glücklich zu sein, so wie es gerade ist.
 Und das ist das, wovon wir deutschen uns eine Scheibe abschneiden können.

Heute morgen schellte der Wecker bereits um 4 Uhr in der Früh. Es sollte zu einem Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang gehen – und bis dahin fährt der Bus nunmal 30-45 Minuten. Und was war? Reeeeegen. Und davon nicht nur ein bisschen. Wir haben trotzdem geduscht, die Regenklamotten angezogen und sind zum Treffpunkt unserer Gruppe gegangen – und das morgens um 5 – im Urlaub – verrückt. Wir haben uns dann aber mit der gesamten Gruppe drauf geeinigt, dass wir nicht fahren werden, weil es halt einfach keinen Sinn macht bei Regen.  Eigentlich logisch. Im Nachhinein hätten wir uns um vier Uhr einfach auf die andere Seite drehen sollen, statt unter die Dusche zu springen. Also alle wieder zurück ins Bett und noch eine Stunde gepennt.
Um 07.30 Uhr gabs dann Frühstück und dann gings mit dem Bus und ohne Koffer los.: Tempel, Wasserfall, Flüchtlingsheim, Bootsfahrt. Und mit der Bootsfahrt und zwei gekillten Kokosnüssen durch unseren Reiseleiter war das Programm dann gegen mittag für heute beendet.

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Christian ist mit Christoph ein Bier trinken gegangen und ich bin mit den anderen vier Mädels zur Shoppingtour aufgebrochen – frei nach dem Motto „ erst mal kaufen und hinterher gucken, wofür man es brauchen kann“ – ne Steffi 😉 Nein im Ernst: Wir sind ein bisschen durch die Stadt gebummelt und waren nach knapp 1,5 Stunden aber auch durch damit und hatten irgendwie keine Lust mehr. Also zurück ins Hotel.
Christian und ich sind dann gegen drei noch mal aufgebrochen. Wir hatten erfahren, dass es in Pokhara eine Einrichtung gibt, in der behinderte Mitarbeiter beschäftigt werden. Es handelt sich dabei um die Einrichtung „Seeing Hands“, welche unter anderem Massagen durchführen.
Menschen mit Behinderung und Taubstumme haben es in Nepal noch schwerer als bei uns, einen Job zu bekommen – von daher fanden wir diese Einrichtung sehr unterstützenswert.
Ich glaube allerdings, dass all meine Knochen irgendwie neu sortiert wurden – puh….tat das weh… 😉
Danach gabs noch Abendessen mit der ganzen Truppe und jetzt gehts ins Bett. Denn morgen früh klingelt schon wieder um 4 Uhr der Wecker – letzter Versuch hier in Pokhara, den Sonnenaufgang mit den Himalaya-Bergen zu erleben und zu knipsen 😉 Denn danach gehts schon wieder mit Koffer und Bus weiter nach Kathmandu.
Also: Gute Nacht! 😉

Heute morgen schellte der Wecker schon wieder um 6 Uhr – jaja…. Urlaub und früh aufstehen.. 😉
Es bestand die Möglichkeit, schon um 6 in den Dschungel zu verschwinden und dort Fotos zu machen – aber das haben wir uns heute mal geschenkt 😉 Zum Frühstück um 7 gabs wieder Toast und Spiegelei – mit Chili-Ketchup – top! Direkt danach gings in den Bus -6 Stunden für knapp 110 Kilometer. Läuft. Ist in Nepal halt so. Wir wurden auf der Strecke wieder ordentlich durchgerüttelt. Der Bus fuhr die ganze Zeit keine 20 km/h – was vielleicht ganz gut so war, weil uns auf dem Pass plötzlich ein Reifen geplatzt ist. Es gab erst einen Knall und dann ein leises zischen 😉 Der Bus dann also angehalten und die beiden Fahrer-Jungs haben den Reifenwechsel gemacht.

Danach konnten wir normal weiterfahren. Angekommen in Pokhara hieß es eben die Koffer aufs Hotelzimmer und ab in die Stadt.
An sich eine schöne Stadt mit einem schönen See…. Aber leider vieeeeel zu touristisch. Irgendwie passt diese Stadt nicht zu dem, was wir in den letzten Wochen hier gesehen und wie wir Nepal kennengelernt haben.
Unser Reiseleiter meinte heute morgen „Das ist eine schöne Stadt. Die wird euch gefallen.“
Mh… ich brauche keine laute Musik beim Abendessen. Ich brauche auch keine Ballons, die am Straßenrand verkauft werden. Keine Kokosnuss-Teile und auch keine Ananas für Touris in Bechern. Und ich brauche auch kein Riesenrad am See. Hey- wo zum Geier sind wir hier gelandet? Es passt einfach nicht. Es passt nicht zum Rest des Landes. Einer aus der Truppe heute meinte „Da kann ich auch zum Gardasee fahren“ – Recht hat er. Übermorgen gehts ja auch schon weiter…aber trotzdem.

Eine lustige Sache ist noch passiert: Wir haben im letzten Jahr im September eine Vietnam-Rundreise gemacht und waren vorhin noch kurz hier in der Stadt. Aufeinmal gab es ein großes „Hallo“ – und wir haben 2 nette Menschen von der letzten Rundreise im Vietnam in Nepal auf der Straße getroffen! Unglaublich verrückt – aber wahr 🙂

Morgen früh um 4 klingelt der Wecker. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt – etwa eine halbe Stunde Fahrt, um dann hoffentlich einen tollen Sonnenaufgang zu erleben und zu fotografieren. Mal schauen…
Deswegen schalte ich hier jetzt auch aus! Gute Nacht 😉

 

Der Wecker ging heute morgen wieder um 6 Uhr. Abfahrt mit den Jeeps war dann schon um 07.30 Uhr – und wir kamen etwas zu spät 😉 Mit den Jeeps fuhren wir dann ein paar Kilometer um anschließend zu Fuß weiter zu gehen.
Zuerst ging es in ein Elefanten-Camp mit einer Elefanten-Aufzucht.
Ich selber war ehrlich gesagt etwas erschrocken darüber, wenn ich ehrlich bin. Die Elefanten hatten dicke Fußketten die ihnen vielleicht einen Meter Spielraum ließen. Auf meine erschrockene Frage an den Guide lachte dieser nur und meinte, dass es den Tieren gut gehen würde. Sie hätten mehrere Stunden Freigang im Dschungel.

Doch da kommt innerlich die nächste Frage auf: Wenn sie Freigang haben – dann kommen sie doch nicht freiwillig an ihre Eisenketten zurück?! Wie bitte sieht so ein Freigang aus? Mh…
Ich werde das noch mal ein bisschen nachlesen und versuchen, es zu verstehen.
Anschließend konnten wir entscheiden, ob wir die kleine oder die große Dschungeltour machen. Wir haben uns für die große entschieden 😉 Ab ging es durch Matsch und über Bäche – und dementsprechend sahen wir hinterher auch aus 😉

Der Matsch lief in die Schuhe und auch alles andere sah hinterher aus wie….naja 😉 Daheim hab ich die Schuhe erstmal geduscht und versucht, das schlimmste zu entfernen.
Nachmittags gings dann nochmals in den Dschungel – dieses Mal aber komplett mit einem Jeep. Ein paar Tierchen haben wir gesehen.

Das für mich schlimme waren eigentlich diese Einbaum-Boote, mit denen wir gefahren sind. Ich hab den Dingern nicht wirklich getraut. Seeeeehr wackelige Angelegenheit und man hat ständig das Gefühl, dass das Teil zur Seite kippt, wenn sich einer nur etwas bewegte. Waren ja nur Krokodile im Wasser….was solls….

Nach ca. Der Hälfte unserer Reise gehen mir ein paar Gedanken durch den Kopf, die ich gerne loswerden möchte.
2015 gab es hier in Nepal ein sehr starkes Erdbeben, bei dem die meisten Dörfer fast völlig zerstört wurden. Die Menschen bekamen umgerechnet ca. 3000 Euro für den Wiederaufbau ihrer Häuser. Größtenteils sieht man jedoch Holzverschläge und Blechhütten. Zum Teil kleine Häuser mit einer kleinen unteren Etage. Oben auf den Häusern stehen die Träger für die zweite Etage. Das Geld reichte jedoch nicht mehr und erst, wenn wieder Geld da ist, wird weitergebaut.
Sie leben ohne fließend Wasser. Das komplette Trinkwassersystem ist 2015 aufgrund des Erdbebens zusammengebrochen.
Der Strom  fällt immer mal wieder aus. Die Leute lächeln nur, wenn dies passiert. Nach ein paar Minuten ist das Problem meist behoben und alles läuft wieder.
Die Infrastruktur ist katastrophal – von Straßen kann man hier nicht wirklich sprechen. Für knappe 15-20 Kilometer braucht man eine Stunde – trotz Bus. Auf den Bänken der Busse wird man hin und heugeschaukelt und fragt sich öfter, wie die Busse dies aushalten. Bei den Bussen sprechen wir nicht von den modernen Bussen, wie wir sie in Deutschland kennen. Nein – wir sprechen hier von Bussen, die bei uns vor 20 Jahren schon nicht mehr durch den TÜV gekommen wären.

Es herrscht große Armut – überall. Und trotzdem sind die Menschen freundlich. Das ist das, was mich jedes Mal aufs neue fasziniert. Wie schaffen diese Menschen das? Woher nehmen sie ihre positive Art und all die Kraft?
Jeden Tag verlassen knapp 1500 junge Menschen  – vor allem Männer – das Land und kommen nur alle drei Jahre für einen kurzen Heimaturlaub zurück. Sie versuchen, im Ausland als billige Arbeitskräfte etwas Geld zu verdienen. Das Durchschnittseinkommen liegt hier in Nepal bei 260 Euro im JAHR. Was bitte sind 260 Euro?!??
Die Frauen heiraten sehr jung – oft schon mit 11 Jahren und bekommen möglichst viele Kinder. „Je mehr Hände, desto mehr können Arbeiten – desto mehr Geld.“ Richtig. Die Kids müssen arbeiten statt zur Schule zu gehen und etwas lernen zu dürfen.
Dann werden auch viele Mädchen aus den unteren Kasten an Mädchenhändler verkauft, um Geld zu kriegen.
Wenn Kinder geboren werden, sollen es Jungen sein. Mädchen sind nichts wert. Jungen werden viel eher als die Mädels überhaupt in die Schule geschickt.
Oft sehen wir Kinder – vor allem Mädchen, die schwere Lasten tragen. Sie tragen diese auf ihren Köpfen oder auf dem Rücken. Die Kinder sind geschätzt zwischen 6 und 12 Jahre alt. Die Kinder in Deutschland spielen in diesem Alter im Sandkasten – dürfen Kinder sein.
„Nepal – das Dach der Welt“ – so steht es in dem Reiseführer, den ich mir vor meinem Urlaub gekauft habe. Das mag sein – und es war schon krass, dem Mount Everest bei dem Everest-Flug so nah zu sein. Das wird sicher in Erinnerung bleiben – und auch der Wunsch bis zum Base Camp des Mount Everest zu kommen, steht jetzt auf meiner Liste. Aber unter dem „Dach der Welt“ – da herrscht Armut.
Was wir hier tun – ein paar Flummis und ein paar Kekse oder Weingummis verteilen – das zaubert kurz ein Lächeln auf die Gesichter der Kids. Und auch auf unsere Gesichter, wenn sie lachend und johlend weglaufen oder die Flummis springen lassen.
Aber nachhaltig ist das Ganze natürlich nicht. Ich würde gerne so viel mehr tun….weiß aber nicht wie oder was….
Wir werden in einer Woche nach Hause fliegen – und zuhause geht das Leben weiter. Mit prall gefüllten Einkaufskörben, einem vollen Kühlschrank und all den Luxus-Dingen, die wir daheim haben und die wir alle ja so unbedingt brauchen. Ich nehme mich da nicht raus- mich betriffts genauso.
Während ich das hier tippe ist gerade zum vierten Mal der Strom rausgeflogen… aber das Internet läuft noch…Aber egal -das gehört jetzt nicht zum Thema.
Wir haben bei diesen Rundreisen immer einen Reiseleiter. Und dieses Mal ist es wieder einer, der sich unheimlich Mühe gibt. Er macht auch Dinge, die nicht im Reiseverlauf stehen. Er hält mittags an irgendwelchen Straßenständen und fängt an, dort Nudelsuppen zu kochen. Er kauft Bananen für alle und verteilt diese und und und. Und es gibt trotzdem Menschen, die all dies nicht sehen – nicht wertschätzen. Die meckern über ne Spinne im Zimmer, über zu harte Betten, über kaltes Duschwasser, darüber, dass kein Föhn im Zimmer ist, dass das Zimmer zur Straße und viel zu laut ist, dass das Zimmer komisch riecht und und und.
Und das peinlichste war, dass sich 2 Pärchen geweigert haben, einen Extraausflug zu bezahlen. Sie hätten doch das „All-in-Paket“ gebucht und bezahlt und sähen es jetzt nicht ein, die 15 Euro für einen halben Tag mit Eintritt und Co. zu bezahlen – obwohl es vorher abgesprochen war. Es war abgesprochen, dass dieser Ausflug 15 Euro pro Nase kostet. Am Eingang standen dann wohl 10 Euro Eintritt und das ging ihnen dann gegen den Strich dass sie 15 statt 10 bezahlen sollten. Irgendwie möchte der Busfahrer, der Reiseleiter und der Stellplatz für den Bus auch bezahlt werden. Abgesehen von der Freizeit, die die drei dafür geopfert haben. Der Reiseleiter meinte dann nur, dass er das dann aus eigener Tasche bezahlt, weil er unbedingt wollte, dass sie ein schönes Erlebnis haben und möglichst viel auf dieser Reise lernen. Fast wollten wir schon sammeln, damit wir die 30 Euro zusammenbekommen. Fremdschämen. Ehrlich. Die stolzen Deutschen. Einfach nur peinlich.
Manchmal frage ich mich – in was für einer Welt leben wir? Wo ist da die Gerechtigkeit? Warum sind die, die so wenig haben viel glücklicher und zufriedener als wir? Wann begreifen wir endlich, dass es uns gut geht? Wann sind wir endlich dankbar dafür?

Heute ginge mit dem Bus die Strecke wieder zurück – mit Zwischenstop in Lumbini – dem Geburtsort des Buddha. Ebenfalls durften wir uns das Pilgerzentrum samt Friedenspark anschauen, welches gleichzeitig UNESCO – Weltkulturerbe ist. Spannend dort war, dass wir mit einem buddhistischen Mönch sprechen konnten, der aus Österreich kommt. 23 Jahre alt und lebt seit 4 Jahren in Nepal als Mönch.

Die Temperaturen heute waren übrigens so schwül und warm, dass uns das „Wasser“ nur so runterlief. Also schnell wieder in den Bus und  weiter ging die Fahrt Richtung unserem Resort für die nächsten zwei Nächte. Wir übernachten in einem Jungle-Resort, welches auch tatsächlich im Dschungel liegt. Von der Hotelanlage dürfen wir nur runter, wenn wir dem Ranger bescheid geben und dieser uns begleitet.
Einen gemeinsamen Gruppen-Ausflug gabs hier dann spätnachmittags auch noch – es ging durch ein kleines Dorf und ein kurzes Stück durch den Dschungel.

Für morgen steht dann eine größere Dschungel-Tour von ca. 3 Stunden an. Der Nachmittag steht eigentlich zur freien Verfügung – nur was sollen wir im Hotel? Also haben wir eine Jeep-Safari gebucht. 😉

Heute in der früh um 6 ging der Wecker. Um 7 gabs Frühstück und um halb acht saßen wir schon wieder im Bus. Unser Reiseleiter hatte gestern abend noch mit der Polizei vor Ort gesprochen wegen der Straßensperrung aufgrund des Erdrutsches. Sie sagten ihm gestern, dass die Sperrung morgen früh aufgehoben sei. Geplant waren knapp 200 Kilometer – ungefähr 4 Stunden Bus fahren. Geworden sind es über 14 Stunden Bus fahren….
Kaum hatten wir den ersten Kilometer hinter uns – standen wir. Und dort standen und standen und standen wir. Es ging gar nichts mehr. Die Straße, auf der wir uns befanden, war aber die einzige Pass-Straße, die es gab und wir MUSSTEN diese Straße nehmen. Es gab keine andere Chance. Wir standen über 4 Stunden auf derselben Stelle; sind irgendwann ausgestiegen…haben uns was zu trinken gekauft. Irgendwann habe ich dann meine Kamera geholt. Eigentlich war es so sogar ganz spannend. Man konnte von einer Stelle aus das Leben der Nepalesen beobachten.

Bekam mit, wie sie Bananen verkauften, zur Schule gingen usw. Allerdings sahen wir auch Kids, die viel zu schwere Säcke schleppten. Warum gehen sie nicht zur Schule…..? Wahrscheinlich wird zuhause jede Hand gebraucht… Unser Reiseleiter sagte heute „Je mehr Kinder – desto mehr Hände, die helfen.“ Mh………
Irgendwann ging es dann vorwärts… ein Gehupe der LKWs  und überall wurden die Motoren wieder angeschmissen. Wir beeilten uns, zurück zum Bus zu kommen..um dann dort noch mal ne halbe Stunde zu warten, bis es losging.
Aber auch da kamen wir nicht weit, weil die Pass-Straße an mehreren Stellen von Erdrutschen heimgesucht wurde. Vor uns – hinter uns…. Es ging einfach gar nichts mehr. Zum Mittagessen gabs Chips und Erdnüsse im Bus… 😉
Ende vom Tag: Nach über 13 Stunden sind wir endlich im Hotel angekommen und werden jetzt schlafen.

Heute morgen ging es 10 Minuten mit Rucksack und Co. Rüber zum Bus. Die Koffer wurden mit einem kleinen Fahrzeug über die holprige und dieses Mal matschige Straße zum Bus gefahren. Wir hatten eine Strecke von 110 Kilometern vor uns. Unser Reiseleiter setzte dafür heute morgen 6 Stunden an. Mhhhh….. 😉 Bis wir vom Berg runter waren – und das waren keine 5 Kilometer – waren schon fast 2 Stunden vergangen. Und auch danach ging es mit einer Geschwindigkeit von höchstens 20 Kmh weiter.
Wir legten Zwischenstops ein – es gab „Spring Rolls“ und Schoki 😉 Danach ginge weiter.
Unser Reiseleiter erhielt irgendwann die Nachricht, dass die Pass-Straße gesperrt sei. Grund sei der starke Monsunregen und daraus resultierende Erdrutsche, die die Pass-Straße an dieser einen Stelle unbefahrbar machen. Eine Reisegruppe hängt wohl seit 10 Uhr heute morgen im Stau fest (und es ist mittlerweile 22:09 Uhr), eine andere sitzt seit 13 Uhr rum und weiß auch nicht, wie es weitergeht. Wir sind erst mal in ein Hotel einquartiert und fahren morgen ganz früh los – soweit das halt eben morgen wieder möglich ist. Mal schauen. Und wenn nicht – machen wir das Beste draus 😉 Wir haben schließlich Urlaub ;-))

Zwischenstop machten wir heute noch an einer Hängebrücke über einen Fluss. Auch dort gabs wieder einige Kids, die Flummis und auch Süßigkeiten bekamen 😉 Direkt vor unserem Hotel habe ich dann auch noch einen einem kleinen Mädchen geschenkt.
Je weiter wir heute in diese Richtung gefahren sind, desto ärmlicher wurden die Menschen… hatten wir zumindest das Gefühl…
So wir verschwinden in die Koje. Gute Nacht! 😉 

Heute morgen klingelte wieder um 6 Uhr der Wecker. Und ja – wir haben Urlaub und stehen um 6 Uhr auf…
Um 7 gabs Frühstück (Toast mit Spiegelei und dieses Mal keine Bohnen 😀 ) und gegen 8 ging es mit dem Bus schon wieder los.
Es ging wieder eine staubige und voller Schlaglöcher gepickte Straße entlang. Die Straßen sind übrigens nicht geteert oder sowas und man fragt sich die ganze Zeit, wie die Busse das „überleben“.
Auf jeden Fall schaukelte die Kiste wieder ordentlich und man musste sich und seinen Krempel gut festhalten. Mit 10 Kmh tuckerten wir die Passstraße entlang bis nach Telkot. Dort stiegen wir aus dem Bus und besuchten zuerst einen Tempel.

Dabei handelte es sich um den ältesten Tempel des Kathmandu-Tals.
Anschließend ging es zu Fuß weiter. Wir sind 2-3 Stunden und einige Höhenmeter gewandert. Das anstrengende dabei war nicht die Strecke an sich sondern wirklich die Höhe, auf der wir uns befanden. Und die hohe Luftfeuchtigkeit tat ihr übriges. Aaaaber: Wir sind alle angekommen! Trotz „Knie“ ;-)))

Bevor es dann mit dem Bus weiterging, hielt unser Reiseleiter eine Ansprache im Bus mit der Info, dass unser Busfahrer erfahren sei. Dass unser Busfahrer die Strecke schon etliche Male gefahren ist. Dass wir ihm total vertrauen könnten usw. Okay- was kommt jetzt? Der Bus brachte uns nach Dhulikhel – mit derselben Geschwindigkeit wie vormittags ging es durch Schlaglöcher wobei der Bus ordentlich nach links und rechts schaukelte. Ich habe bei der Fahrt vermieden, nach links aus dem Fenster zu schauen… Oben angekommen hieß es dann, dass der Bus nicht bis zum Hotel hochkommen kann und wir die restliche Strecke zu Fuß zurücklegen müssen. Das waren aber nur etwa 10 Minuten Fußmarsch. Unser Gepäck wurde in kleine Autos geladen und nach oben gefahren.
Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Irgendwie waren aber alle aus der Reisegruppe so fertig, dass wir uns alle stumpf ins Bett gelegt haben und bis zum Abendessen geschlafen haben.
Nach dem Abendessen haben wir noch kurz zusammengesessen und es lief ein Fernseher mit einer Reisegruppe, die hoch zum Mount Everest Base Camp gewandert ist. Faszinierend und ich habe direkt Lust drauf bekommen 😀 Die Preise für eine solche 17 Tägige Trekkingtour gehen laut Google auch…. Mal schauen, wann das auf die Liste kommt 😉
Wir melden uns morgen wieder! Gute Nacht!