Himalaya bei Sonnenaufgang (18.06.)

Yes! Heute morgen um 4 Uhr ging wieder der Wecker. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigte zumindest, dass es nicht wieder wie gestern morgen regnet. Also ab unter die Dusche, Kamerasachen eingepackt, Pulli eingepackt und es ging 600 Höhenmeter nach oben zu einem Aussichtspunkt. Und da waren sie. Die dicken großen Berge. Das Himalaya-Gebirge…zum greifen nah! Es war der Oberhammer! Es war der Wahnsinn! Was für eine Aussicht… das war in Fotos gar nicht einzufangen.

Und für mich war das irgendwie schon der „Abschluss der Reise“ – auch wenn wir noch ein paar Tage haben. Irgendwie waren damit alle Sachen erreicht bzw. gesehen, die ich sehen und kennenlernen wollte.
Und ja – irgendwie freue ich mich auf zuhause. Es klingt total blöd gerade…das weiß ich – aber es waren die letzten 2,5 Wochen so viele Eindrücke und Erlebnisse… für mehr ist in meinem Kopf gerade kein Platz mehr.

Wenn ich zurückschaue, wie voll die letzten 2,5 Wochen waren….was für ein Programm wir in dieser Zeit „durchgeballert“ haben…

Es ging in einem Flieger über das Himalaya-Gebirge, in Städte, zu Tempeln. Wir bekamen Erklärungen und Führungen. Wir haben viele Menschen kennenlernen dürfen. Wir waren in einem Kloster und haben dort übernachtet- wir durften mit den Mönchen zu abend essen und mit ihnen frühstücken. Und ja es gab Bohneneintopf zum frühstück! Wir waren bei einer Zeremonie der Mönche dabei… sind gewandert…durch kleine Dörfer…mehrere Stunden durch die Hitze – an mehreren Tagen. Wir sind unglaubliche Strecken mit dem Bus gefahren. Für knapp 200 Kilometer 14 Stunden. Wir standen im Stau wegen Erdrutschen vor und hinter uns. Es ging nichts mehr. Uns ist während der Fahrt mit dem Bus der Busreifen hinten rechts geplatzt. Wir haben uns die Verbrennungsanlagen angeschaut…und die tote Frau, die am Fluss lag, kreist noch immer in meinem Kopf herum…
Wir haben die Milchstraße fotografiert. Sind morgens früh zum Sonnenaufgang wieder aufgestanden und da Fotos nicht möglich waren, saßen wir um 5 auf dem Dach des Hotels und haben einfach nur gequatscht. Es gab etliche Stromausfälle. Ich war einmal komplett eingeseift und es kam kein Wasser mehr aus der Leitung…Wir haben Flummis verteilt und kurz lachende Kinderaugen gesehen. Wir sind mit wackeligen Einbaumbooten in Krokodilgewässern gefahren. Es gab eine Jeep-Safari, bei der wir Tiere beobachten konnten. Gestern gabs noch eine weitere Bootsfahrt uns unser Besuch in der Blindeneinrichtung für Massagen.

Und was wir über dieses Land alles lernen bzw. erleben durften…
Hier gibts keine wirklichen Straßen…das sind alles Holperpisten und die Nepalesen brauchen tatsächlich für knapp 100 Kilometer mehrere Stunden.
Es gibt keine wirkliche Infrastruktur in diesem Land. Die Menschen sind sehr arm. Der Durchschnittslohn liegt bei 240 Euro im JAHR!

Und ganz wichtig… die Menschen:
Die Menschen…. Kinder arbeiten statt zur Schule zu gehen. Sie schleppen schwere Lasten. Sie leben in Holzverschlägen und Blechhütten. Es gibt kein Trinkwassersystem in Kathmandu seit des Erdbebens in 2015 ist alles zusammengebrochen. 98% des Wassers hier sind verseucht.
Für uns heißt das kein Salat- kein Obst- keine Eiswürfel in Getränken und Flaschenwasser zum Zähneputzen. Für die Nepalesen ist das eine schwere Katastrophe.

Sie waschen ihre Kleidung im Fluss, trocknen diese auf Wellblechern. 70% der Nepalesen sind arbeitslos. 80% sind Analphabeten. Wenn man an den „Häusern“ vorbeifährt oder vorbeiläuft… sitzen die Menschen davor. Schauen in der Gegend rum. Versuchen, selbst angebautes Gemüse und Obst zu verkaufen.
Die Familien haben viele Kinder. „Je mehr Hände desto mehr Hilfe bei der Arbeit“.
Schulbildung wenn dann nur für die Jungs. Die Mädels gehören in den Haushalt – ist die Meinung hier.
Wir sehen junge Mädels vor den „Häusern“ fegen. Menschen „duschen“ an Wasserpumpen oder waschen sich in Flüssen.

All diese Eindrücke und Bilder schwirren in meinem Kopf herum. Und irgendwie muss all das erst mal sortiert werden.
Ich freu mich auf zuhause. Ich freu mich, ohne Bedenken den Wasserhahn aufdrehen zu können. Auf normale geteerte (!) Straßen…

Nepal war eine gute Erfahrung – es war gut, diese Reise gemacht zu haben und diese Eindrücke und Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Und eins darf man nicht vergessen: Die Menschen hier haben eine unglaubliche Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft! Es war keiner dabei, der einen blöd angemacht hat – sondern die Nepalesen sind sehr freundliche und zuvorkommende Menschen.
Trotz, dass sie so wenig haben, scheinen sie immer glücklich zu sein, so wie es gerade ist.
 Und das ist das, wovon wir deutschen uns eine Scheibe abschneiden können.

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