Da wir hier eigentlich so gut wie gar kein Internet haben, lassen die Blogeinträge immer etwas auf sich warten 😉 Die wollten tatsächlich 80 Dollar haben für eine Simkarte. Ohne Worte….
Und W-Lan ist auch eher selten. Verrückt, wenn man bedenkt, dass in Ländern wie Indien, Sri Lanka, Nepal usw. flächendeckend Netz bzw. auf öffentlichen Plätzen auch Wifi ist. Aber nun gut – das ist dann halt so 😉 

Auch wenn ich zugeben muss, dass man so irgendwie erst merkt, wie „abhängig“ man eigentlich davon ist.
Und da die Batterie unseres AV auch defekt ist, haben wir meist auch kein Strom. „Back to the roots“ 😉 Gestern Abend sassen wir nur mit Taschenlampe und haben Abend gegessen. Kerzen hatte dieser olle Supermarkt nämlich blöderweise keine… Mal schauen – vielleicht erreichen wir heute jemanden vom Verleih, der uns eine Lösung für die defekte Batterie sagen kann… Das wär ganz nett, weil auch das laden der Kamera-Akkus usw. irgendwann mal wieder nötig wird.

So jetzt aber zum Samstag 31.08.2019

Nach dieser Nacht – und Nebelaktion mit den Schwarzbären, haben wir morgens erst einmal in Ruhe gefrühstückt. Wie immer: Toast und Müsli.

Das Stück Wiese, auf dem unser Camper stand, war tatsächlich kein Platz für Campingwagen, sondern lediglich ein Stück Wiese. Wahrscheinlich ein Platz für Zelte oder so. Aber das war uns den Abend und auch die Nacht relativ egal. Wir waren einfach nur froh, unseren Wagen dort hinstellen zu dürfen. Auch, wenn das Stück Wiese uns für die paar Stunden 44 Dollar gekostet hat 😉

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Camper rüber zu dem Campingplatz, auf den wir eigentlich wollten. Von dort aus ist es nämlich einfacher, die Touren zu Fuß zu machen, die wir uns vorher rausgesucht hatten. Vorne vor dem Campingplatz stand noch immer das Schild, auf dem stand, dass der Campingplatz voll sei. Wir sind trotzdem drauf gefahren und haben tatsächlich noch einen leeren Stellplatz gefunden. Eben flott den Zettel ausgefüllt, bezahlt und dann hieß es auch schon: Trinkblase füllen, Cam packen und Wanderschuhe schnüren! Rausgesucht hatten wir uns die Tour „Queens Garden“ – eine mittelschwere Tour.


Für geübte Wanderer sicherlich. Für uns war sie schon heftig 😉 Es ging erst einmal 2 Stunden nur bergab. Und das Problem bei den Canyons allgemein ist eben, dass man immer erst bergab muss und halt eben hinterher das Ganze Stück wieder rauf. Bei 2 Stunden stramm bergab waren das eben 3-4 Stunden wieder hoch.
Die Aussicht war grandios und ich muss zugeben, dass ich landschaftlich so etwas noch nie gesehen habe. Das kann man in Fotos gar nicht festhalten.

Das „Problem“ an dem Tag war, dass die Sonne von oben wie verrückt „ballerte“ und uns das Wasser nur so runterlief. Abends wussten wir auf jeden Fall, was wir den Tag gemacht haben 😉 Laut unserer Uhr waren es 104 Stockwerke, die wir hochgewandert sind. Und das Beste: Alle 3 von uns haben durchgehalten!
Abends haben wir dann Lachs mit Gemüse und Kartoffeln gekocht und sind tatsächlich um 9 pennen gegangen. Für mich seeeeeehr ungewöhnlich – aber auch ich war total k.o. Außerdem hatte ich Christian den Abend noch überredet, am nächsten morgen gaaaanz früh aufzustehen, um den Sonnenaufgang im BryceCanyon zu fotografieren. Ganz so geil fand er die Idee erst nicht – aber letztendlich hab ich „gewonnen“ 😉 Weil alleine im Dunkeln geht Saskia ja nicht 😉 Vieeeel zu gefährlich und so.. 😉

01.09. Sonntag

Als morgens der Wecker klingelte, fand ich die Idee mit dem Sonnenaufgang auch erst nicht mehr so geil muss ich ehrlich zugestehen. Aber: Wann komme ich da mal wieder hin?! Also raus aus den Federn!Wir sind mit dicker Buxe, Pulli, Jacke, Stativ und Kamera „bewaffnet“ losgestiefelt.

Und trotzdem war es noch A*schkalt 😉 Wir waren ja immerhin auf 2000 Höhenmetern (oder so) 😉 Handschuhe wären tatsächlich auch nicht schlecht gewesen….

Doch das frühe aufstehen hat sich gelohnt: Es war wunderschön! 

Nebel- kaum Menschen und ein wunderbarer Sonnenaufgang. Es war krass anzusehen, wie das gesamte Tal erst im Nebel lag und sich dieser nach und nach auflöste. Als wir unsere Fotos im Kasten hatten, sind wir zurück zum Camper gelaufen und haben Christina aus der Koje geschmissen. 😉

Nach dem Frühstück haben wir unsere 7 Sachen wieder zusammengepackt und sind Richtung Grand Canyon gestartet. Auch diese Tour dauerte knappe 5 Stunden.
Den Tag haben wir außer einkaufen nicht mehr viel gemacht. Abgeschlossen haben wir den Tag abends mit einem Lagerfeuer. Schön wars!

02.09. Montag

Heute früh haben wir natürlich wieder gut gefrühstückt, bevor wir die Wanderschuhe geschnürt haben. Es ging zu einer Bushaltestelle, von wo uns ein Shuttle zu dem „Bright Angels Trail“ gebracht hat. Und an der Bushalte gabs tatsächlich WLAN! 🙂 *Yayy* Also ganz schnell ausgenutzt und ein Foto gepostet – für mehr war keine Zeit 😀

Den Bright-Angels-Trail sind wir dann auch wieder ein gutes Stück runtergelaufen. Christina ist ungefähr auf der Hälfte der Strecke zurückgeblieben, weil wir denselben Weg hinterher eh wieder hoch wollten. Christian und ich sind dann noch so gute 20 Minuten weiter bergab. Der Rückweg war wieder so heiß und an der Stelle, wo wir Christina zurückgelassen hatten, war keine Christina mehr zu sehen. 😀 Wir hofften einfach mal, dass sie schon vorgelaufen war und sind den Trail weiter nach oben. Auf dem gesamten Weg keine Christina zu sehen. Ich hab zu Christian gesagt, dass er den gesamten Weg wieder zurück gehen kann, falls Christina nicht oben sein sollte. Doch wer saß da, als wir oben um die Ecke bogen?! Richtig: Christina!

Da uns diese Wanderung den Tag aber irgendwie noch nicht genug war, sind wir mit dem Shuttle-Bus noch ein paar Stationen weitergefahren und haben uns erneut an den Abstieg gemacht. Nach knapp 20 Minuten bergab wurde ganz plötzlich der Himmel schwarz und es fing an zu donnern. Nicht ganz so geil, weil der Weg rechts und links mit Bäumen gesäumt war. Kurzerhand entschieden wir uns dafür, den Rückweg anzutreten und sind den Trail wieder hoch. Der Himmel wurde immer schwarzer und ich bekam ehrlich gesagt etwas Schiss 😉 Oben angekommen fing es an zu schütten wie aus Eimern. Innerhalb weniger Sekunden waren wir klatschnass. Aber immerhin hatte ich eine Plastiktüte im Rucksack, um wenigstens meine Cam zu retten 😉 Es dauerte etwas, bis der Shuttle-Bus kam, der uns zurück zu unserem „Mother-Campground“ gebracht hat.
Da wir noch immer ein Batterie-Problem an unserem Camper haben, haben wir dort auch ein Warm-Wasser-Problem. Und wir alle hatten Bock auf eine richtige Dusche. Also haben wir unsere Klamotten gepackt und sind zu den Duschen auf dem Campingplatz gestiefelt. 10 Minuten für 5 Dollar. Joar… kann man machen – war uns allen aber für den Tag echt wurscht!
Bei der Gelegenheit haben wir gesehen, dass direkt nebenan ein Waschcenter ist. Also sind Christina und ich nach dem Duschen zurück zum Camper und haben uns alle Klamotten geschnappt und sind zurück, um Wäsche zu waschen. Christian hat in der Zeit dem Camper gewischt. Das waschen und anschließend der Trockner usw. hat knappe 2 Stunden gedauert. Tja… danach bin ich mit Christina noch in den Supermarkt einkaufen und anschließend zur Bushaltestelle, weil das die einzige Stelle war, die Wifi hatte 😀 Eigentlich ganz schön bekloppt – aber nunja. Was wir nicht bemerkten: Es war mittlerweile stockduster geworden. Der Campingplatz lag in einem riesigen Waldstück und im Dunkeln sah alles irgendwie…. anders aus. Außerdem hörten wir komische Tierlaute – ganz geheuer war uns das nicht. Wir hatten lediglich die Taschenlampen unserer Handys. Kurz vor dem Camper kam Christian uns entgegen, der uns scheinbar schon gesucht hatte – und auch schon am Waschhaus war, um nach uns zu fragen 😀
Nach dieser Aktion gab Hähnchen mit Gemüse und Kartoffeln 😉 Die zwei sind direkt danach schlafen gegangen und ich habe solange es mein Akku noch hergab, die Fotos vom Grand Canyon aussortiert 😉

Dienstag 03.09.2019

Heute in der Früh gab natürlich wieder Frühstück, bevor wir uns mit dem Camper auf zur nächsten „Station“ machen. Bevor wir losfahren konnten, hieß es allerdings: Auf zur Dumpingstation. Einmal Frischwasser nachfüllen und einmal….. naja… Duschwasser usw. „entsorgen“ 😉 Das ist Christians Aufgabe 😉
Jetzt gerade sind wir auf dem Weg zur „Mohave Desert“. Wir werden aber einen kleinen Zwischenstop heute einlegen für Mittagessen (was es die letzten Tage einfach mal nicht gab, da zu heiß 😉 Vielleicht habe ich da die Möglichkeit diese Blog – Einträge schon mal hochzuladen – mal schauen.

Heute sitzt übrigens Christian am Steuer des RVs.

29.08.2019

An diesem Tag waren wir im Hotel lediglich frühstücken und haben dann 3 Stunden dort gehockt und gewartet, dass wir abgeholt wurden und endlich unser Wohnmobil bekamen 🙂
Das verlief alles reibungslos und wir konnten das „Trümmer-Gerät“ alias Reisebus in Empfang nehmen. Ein paar Erklärungen usw. und dann hieß es „Koffer einladen und los“ 🙂 Es ging für uns zuerst in einen Supermarkt und anschließend weiter zum Lake Mead, an dem wir den Abend und den morgen verbrachten.

 

30.08.2019

Es ist gerade 01.00 Uhr in der Nacht. Wir waren tatsächlich den gesamten Tag unterwegs. In der früh ging es zum Hoover Dam. Bei dem Hoover Dam handelt es sich um eine Talsperre zwischen Nevada und Arizona. Dort wird der Colorado River gestaut. Der Stausee ist mit 35 Milliarden Kubikmetern der größte in den USA.
Einerseits ist die Talsperre dafür da, um kontrolliert Wasser abzugeben; andererseits zur Gewinnung von elektrischer Energie, Durch den Verkauf dieser Energie finanziert sich das Ganze. Erschreckend hierbei fand ich oder fanden wir, dass ein Generator von den 13 vorhandenen lediglich für die Stromversorgung des Strips in Las Vegas betrieben wird! Ein ganzer Generator! Für den ganzen Blink-Kram in Las Vegas. Was ich darüber denke, brauche ich glaub ich nicht zu schreiben 😉

Eine zweite Sache, die erschreckend ist ist das Einkaufen: Jede Küchenrolle, die man kauft wird in eine einzelne PLASTIKTÜTE gepackt! Wir kamen aus dem Supermarkt und hatten in unserem Einkaufskorb ungelogen 20 Einkaufstüten mit jeweils irgendeinem Kleinkram drin. Wehren konnte man sich nicht wirklich dagegen, weil das ganze hinter der Kasse geschah.
Tja… und bei uns wird diskutiert, ob Wattestäbchen aus Papier hergestellt werden dürfen. Verkehrte Welt.

So Abends nach 7-8 Stunden Fahrt (geplant waren 4-5) sind wir endlich im Bryce Canyon angekommen. Staus usw. haben das Ganze etwas in die Länge gezogen. Die Campingplätze, die wir im vorhinein rausgesucht hatten, waren alle dicht. „First come first serve“ war hier das Prinzip. Und da wir erst gegen 22 Uhr eintrafen, war natürlich nichts mehr möglich. Irgendwann nach viel herumgurkerei entschieden wir uns dafür, uns einfach auf einen Parkplatz zu stellen und morgens früh wieder abzuhauen. Also flott Abendessen gekocht, gegessen und dabei noch kurz gegoogelt, was für Tiere es hier gibt. „Schwarzbären“ las Christian vor. Ehhhhm. Nicht so geil. Überhaupt nicht geil.
Also alle Sachen wieder zusammengerauft und weitergefahren. In der Hoffnung, noch irgendwo einen Platz zu bekommen. Mittlerweile war es Mitternacht. Aber ein netter Herr, dem ein Campingplatz gehörte, erlaubte uns schließlich, uns auf eine Wiese seines Campingplatzes zu stellen. Und da sind wir gerade.
Vor dem Camper: Ein fast perfekter Sternenhimmel:
Wir verschwinden jetzt in die Koje- morgen wird nämlich gewandert 😉

26.08.2019 Abends Ankunft in Las Vegas und Transfer zum Hotel. Hitzschlag der allerfeinsten Sorte: 43 Grad! Die Luft brennt einfach nur auf der Haut. Es ist laut, bunt, heiß – überall blinkt irgendetwas.
Bis auf essen gehen und direkt im Bett verschwinden, ist den Abend allerdings tatsächlich nicht mehr viel passiert 😉

27.08.2019: Der Wecker klingelte bereits morgens um 6 Uhr. War aber okay, da wir eh ab 4 wach lagen. Jetlag lässt grüßen 😉 Ab unter die Dusche und zum Frühstück. Ehm…… Burger….. mit O-Saft. Der O-Saft war gut. Der Burger…. zum Frühstück…. gewöhnungsbedürftig. Brauche ich so ehrlich gesagt kein 2.tes Mal.
Viel Zeit zum drüber nachdenken blieb nicht, denn Christian und ich wurden um 8 am Hotel abgeholt, um zu den Fligtlinez zu starten. Mein Geburtstagsgeschenk von Hedi&Hartwig 🙂 Danke nochmal an dieser Stelle! Es war einfach nur genial! Videos dazu folgen! Die hat Christian noch auf seiner Cam.
Achja: Apropos Hotel. Was ist das bitte?!? Die Hotels sind hier wie Städte. Ich kanns nicht wirklich beschreiben. Einfach krass. Bekloppt. Casinos in jedem Hotel. Ganze Einkaufsmeilen, Fressstrassen usw. Und wenn man keine Lust hat, die Strecken zu laufen, kann man sich E-Rollis leihen – in jedem Hotel. Gefühlt an jeder Ecke. Ehm ist klar. Achja: Überall Rolltreppen, wo bei uns in Deutschland einfache Treppen wären. Oder diese Rollbänder, wie es sie an großen Flughäfen gibt. Einfach mal normal laufen ist nicht. Un trotzdem hatten wir am Ende des Tages über 16 Kilometer auf dem „Tacho“
Mittags waren wir dann in der Stadt und sind etwas herumgelaufen. Habben geschwitzt und geschwitzt und geschwitzt. 4 Liter Wasser getrunken – aber nix mit Klo. Das haben wir alles wieder weggeschwitzt 😉 Das war das einzig praktische.
Las Vegas- eine einzige „Protz-Hochburg“. Gefühlt geht es um nichts anderes, als um Geld. Überall nur blinkende Leuchttafeln, dicke Hotels, dicke Autos, Frauen mit irgendwelchen Blink-BHs, die so durch die Stadt rennen. Gucci, Prada usw….. HILFEEEE!!!!! Dies ist lediglich meine Wahrnehmung – kann sein, dass ihr das vielleicht anders seht.
Auch, was die Preise hier angeht. Uff. Eine Kugel Eis fast 5 Dollar. Eine kleine (!!) Flasche Wasser 6 Dollar. Frühstück 20 Dollar. Abendessen 30-35 Dollar usw… Länger als 2 Tage sollte man vielleicht nicht bleiben 😉
Fazit: Okay, das mal gesehen zu haben – aber ein zweites Mal brauche ich das nicht.
Heute gehts dann weiter: Wir werden gleich hier am Hotel abgeholt und nehmen dann den Camper in Empfang mit dem es weiter zum Lake Mead geht. Wir werden weiter berichten 😉

Zur Geschichte von Las Vegas: (Infos aus Wikipedia)
Als Spielerstadt groß geworden, weil Casions nach dem 2. Weltkrieg zur Geldwäsche der Mafia taugten, wurde diese Stadt wohl anschließend zum Tummelplatz reicher Investoren. Las Vegas war in der Finanzkriese eines der gravierensten Beispiele für die Krise des US-Immobilienmarktes. Wie kaum in einer anderen Region wurde hier mit Häusern gezockt und spekuliert. Selbst für die USA ist diese Stadt laut Wikipedia extrem.

Dem füge ich jetzt nur noch diese 3 Bilder hinzu und sage: Bis die Tage 🙂

 

Auf gehts!

Wir sitzen gerade im Shuttle vom Hotel auf dem Weg zum Flughafen. Gestern Abend/ Nacht haben wir tatsächlich noch etwas Stress bekommen, weil wir da erst festgestellt haben, dass man für jedes verschreibungspflichtige Medikament ein „Medical Certificate“ benötigt :-/  Mal schauen, ob das, was wir da gestern Abend noch ausgefüllt haben, tatsächlich funktioniert 😂🙈 Bzw. ob Christinas Chef uns da einen Stempel drunterhaut und das Ganze noch vor Abflug zurückschickt… Benötigen tun wir den Wisch wohl erst bei Einreise….davor fliegen wir ja erst mal noch 14 Stunden oder so….

Notiz fürs nächste Mal: Praxisstempel und Drucker in den Koffer😂😉

Okay- jetzt kann ich es raushauen 😉 Ich war heute Abend im WDR-Studio in Bielefeld als Studiogast. Und gestern hat der WDR erst bei uns zuhause und dann in der Praxis gedreht.
Megauafregend und ich mag es eigentlich überhaupt nicht, vor einer Kamera zu stehen. Dahinter ist mir immer lieber 😉
Als wir dort ankamen in Bielefeld, gabs erst eine kleine Studiorundführung. Anschließend durfte ich in die Maske und mir wurden gefühlte 3 Kilo Schminke usw. draufgepappt.
Ich dachte, dass ich im Anschluss die Fragen genannt bekomme, die heute Abend live gestellt werden. Aber nix da. Mir wurde gesagt, dass sich die Fragen im Laufe des Gesprächs entwickeln würden. Uff. Also nicht nur das erste Mal vor einer Fernsehkamera – live – stehen und direkt antworten müssen; sondern auch nicht mal die Fragen vorher wissen. Super- das kann ja was geben“ dachte ich mir 😉
Anbei der Link zur Mediathek und somit zu der Aufzeichnung von heute:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-lokalzeit-owl—132.html

 

Zurück in Deutschland!

Die letzten Tage vergingen wie im Flug. Morgens um 7.00 sind wir mit dem Jeep los und waren nach 20 Minuten an der Zahnklinik. Spätnachmittags ging es dann zurück: und da haben wir für denselben Weg meist an die 2 Stunden gebraucht 😉

Der Abschied fiel mir schwer. Einerseits freute ich mich wieder auf zuhause. Sehr sogar. Andererseits hätte ich mir auch vorstellen können, dort noch länger zu bleiben. Ich bekam vom Team eine Karte auf die jeder ein paar persönliche Worte geschrieben hatte. Danach wurde noch gesungen und gebetet. Und dann begann das große Abschiedsknuddeln. Als Grace mich im Arm hatte, versuchte ich noch meine Tränchen wegzuzwinkern. Als wir uns dann aber ansahen, flossen auf beiden Seiten Tränen. Und auch bei den anderen. Als „mein Zahnarzt“ mich dann drückte und sich bedankte, wars vorbei 😉 Ich habe noch nie so viel Herzlichkeit innerhalb von drei Wochen erlebt. Jeder hat jeden respektiert- alle wollten das gleiche. Alle wollten helfen und haben gemeinsam dafür gekämpft und ihr Bestes gegeben – und das hat total zusammengeschweisst.  Und da sind vielleicht fehlende Vokabeln zwischendurch wurscht – da wird dann höchstens drüber geschmunzelt.

Es war für mich eine gute Zeit, die ich auf gar keinen Fall missen möchte. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, diese Reise machen zu dürfen und diese Erfahrungen sammeln zu können.
Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich bis jetzt nicht wirklich Zeit hatte, all das erlebte irgendwie zu verarbeiten. Die Gedanken an die Menschen, die extrem lange Wege und stundenlange Wartezeiten lächelnd und sehr, sehr dankbar in Kauf nehmen, um überhaupt irgendwie medizinische Hilfe zu bekommen, lassen mich im Jetzt und Hier all diese Dinge wieder schätzen.
Und ich muss zugeben: Ja ich ärgere mich dann auch über manche Menschen hier. Die Mädels aus der Praxis hier erzählten, dass ein Mann letzte Woche nach 15 Minuten Wartezeit gegangen ist, weil es ihm zu lange dauerte. 15 Minuten – und wahrscheinlich mit dem Auto bis zur Tür vorgefahren.
Innerlich macht mich das irgendwie traurig. Hier in Deutschland haben wir alle Mittel, alle Fachkompetenzen, die Geräte und Materialien und eben auch die finanziellen Möglichkeiten. Für uns ist medizinische Hilfe selbstverständlich. Aber das ist leider nicht überall so. Und das müssen wir lernen, wieder wert zu schätzen. Und dankbar zu sein.

Am Samstag habe ich bis auf Koffer packen nichts mehr gemacht.
„Mein Zahnarzt“, seine Frau und ich haben abends noch zusammengesessen und gegessen und gequatscht. Er hat mir noch mehrmals gesagt, dass wir gut zusammengearbeitet hätten und dass er zuhause nicht so eine gute Assistenz hätte. Darüber habe ich mich dann schon etwas gefreut. Kurz nachdem ich zuhause war, hatte ich von ihm auch die erste Email im Postfach 😉
Danach gings mit dem Jeep zum Flughafen in Conakry. Der Flug war verspätet und ich wusste zu dem Zeitpunkt dann schon, dass ich meinen Flieger in Paris nicht bekommen werde bzw. dass es dort eine ganz, ganz knappe Kiste wird. Als ich bei der Landung in Paris auf die Uhr schaute, wusste ich, es ist zu spät und hab mich dann auch nicht mehr beeilt, weils eh nichts gebracht hätte. Meine Handyapp meldete mir, dass mein Flug auf 14 Uhr irgendwas umgebucht wurde. Das wären über 7 Stunden Wartezeit gewesen. Joar… dann bin ich mal zum Schalter und habe lieb gefragt, ob vielleicht ein Flug eher möglich wäre, wenn ich noch einen Termin hätte 😉 Und klar: Franzosen… ich sprech ihn auf Englisch an – und er antwortet auf Französisch 😉 Nachdem er dann hin- und hertelefoniert hatte, meinte er dann, dass er mir um 10.05 Uhr noch einen Flug anbieten könnte. Den nahm ich dann und bekam sogar noch einen Gutschein für ein Frühstück am Flughafen.
Tja- was ich zu dem Zeitpunkt aber nicht wusste: Christian stand in Düsseldorf und wollte mich abholen – als Überraschung. Er ist extra um 4 aufgestanden usw 😉 So ganz begeistert klang er nicht, als ich schrieb, dass ich erst mittags mit dem Zug in Düsseldorf wegkommen werde. Nach der Landung in Düsseldorf als ich auf dem Weg zum Bahnhof war, wusste ich dann warum : Da stand er nämlich plötzlich dort. 🙂

Auf der Rückfahrt meinte er nebenher „Ach übrigens- ich glaube du darfst am Montag neue Blumen im Blumenladen kaufen“. Ehm okay. 😀 Die haben es also nicht überlebt. Nachdem ich dann die Osterdeko weggeräumt hatte, bin ich also los, Blumen kaufen gefahren ;-))

Heute am Dienstag war dann mein erster Tag in der Praxis hier. Und die Mädels hatten Luftballons und eine Girlande aufgehängt sowie Schoko hingelegt. Also auch hier alles wieder supi- und ich hab mich mega darüber gefreut – auch wenns nicht nötig gewesen wäre 🙂 Aber das wisst ihr ja 🙂

Montag, Dienstag, Mittwoch- und Zack sind schon wieder drei Tage um. Am Montag sind wir tatsächlich schon um 6.30 mit den Jeeps losgefahren. Ihr dürft raten warum. Jap richtig: Der Herr Präsident wollte mal wieder von A nach B und somit wurden kurzerhand wieder alle Straßen mit Straßensperren versehen. Yaaay! Und der Tag wurde dann tatsächlich seeeeehr lang, weil wir hinterher genau deswegen auch nicht zurückkamen bzw. ganze 2,5 Stunden an der gefühlt selben Stelle standen. Tja….Afrika eben 😉

Ich muss dazusagen, dass das Dentalteam am Montag nochmal um 3 erweitert wurde: 2 Zahnärzte, 1 Helferin. Die beiden Zahnärzte wieder aus den Staaten. Der eine brabbelte mich direkt voll und ich musste ihn tatsächlich unterbrechen 😉 Hab ihm dann auf englisch verklickert, dass er a) viel zu schnell und b) mit zu viel Akzent spricht, sodass ich ihn leider so überhaupt nicht verstehen kann. Er lachte- dachte wahrscheinlich ich mein das nicht ernst 😉 Hab ihm dann gesagt, dass ich aus Deutschland komme und ich hier im Dentalteam die einzige bin, die Englisch nicht als 1. Sprache spricht und er bitte wirklich etwas langsamer sprechen soll. Er hat sich dann bemüht 😉

Das zweite, was mir irgendwann aufgefallen ist: Mich juckts schon gar nicht mehr, wenn der Strom ausfällt und nichts mehr funktioniert. Das kommt am Tag ca. 15-20 Mal vor und dauert immer nur so 2 Minuten. Dann funktioniert beim Zahnziehen halt mal der Sauger nicht mehr oder bei der Füllung der Bohrer nicht. Wir sitzen dann alle da, grinsen uns einmal kurz an- und wissen: irgendwann gehts ja weiter. Der eine neue Zahnarzt fing direkt das motzen an und faselte irgendwas von Stromgenerator. So what? Du bist in Afrika. Ich hab mich dann gestern tatsächlich dabei erwischt, wie ich grinsen musste, als er da so einen Terz veranstaltete. Ich schaute hoch- und auch „Mein Zahnarzt“ grinste unter seinem Mundschutz. Wir zuckten kurz mit den Schultern- dann gabs ein lautes „Klick“ und alles lief wieder- bis zum nächsten Stromausfall.

Was war noch? Die Menschen, die behandelt werden, müssen zuerst zu einem so genannten Screening und werden dann auf bestimmte Tage verteilt. Dafür bekommen sie dann ein Armband- diese Papierdinger, die man bei uns für Festivals oder so bekommt. Auf diesem Armband steht das Datum für den Tag, an dem sie für die Behandlung da sein müssen. Jetzt hatten wir heute einen Patienten mit deiner Mutter da. Der Patient selber war 38 und die Mutter knapp über 70. Als wir mit dem Sohn fertig waren, zeigte sie uns ihre Zähne- aber der Sohn zog sie raus. Die beiden also den Raum verlassen. Nach ca. einer Stunde hatten wir plötzlich die Mutter auf dem Stuhl liegen- die vorher aber kein Armband hatte 😉 Ich hab nichts gesagt- mir soll es gleich sein. Als ihr das Band dann vom rechten Arm abfiel, hob „mein Zahnarzt“ es auf und sie wollte sich direkt erklären. Er schüttelte nur mit dem Kopf- nach dem Motto, dass das schon okay ist und wir haben sie einfach behandelt. Wenn wir ihr damit helfen können- und die Herren unten an denn Tisch nix bemerkt haben, soll es uns doch egal sein. Kurz drauf hätten wir einen Mann komplett ohne Band, der direkt alle Zähne gemacht haben wollte. Ich glaube, ihm haben wir 14 Zähne bzw. Wurzelreste rausgeholt. Er saß da seit morgens 7 und wurde von uns dann gehen 14.30 behandelt. Sprich 7,5 Stunden ohne Band- ohne zu wissen, ob er überhaupt behandelt oder unten direkt abgewiesen wird. Wie groß muss die Verzweifelung der Menschen hier sein. Wie teuer so eine Behandlung? Weil eine Krankenkasse oder sowas gibt es hier nicht. Arztbesuch kann sich kaum einer leisten. Und wie glücklich war er, als wir alles rausgeholt hatten. Bedankte sich etliche Male und verschwand dann.

Tja und heute? Heute ist nichts besonderes passiert. Nach der Arbeit hatte ich noch meine Sonnenbrille. War dann kurz im Schiff-Shop und an einem kleinen Pult, weil die, die neu war da was erklärt haben wollte. Bin dann ins Zimmer zurück und habe meine Arbeitesachen in die Wäscherei gebracht- und direkt danach meine Sonnenbrille vermisst. Also Saskia zurück zum Shop- alles abgesucht- nicht gefunden. An der Kasse gefragt- Nö nix. Zurück ins Zimmer- den ganzen Schrank, das Bett, meinen Rucksack auseinandergenommen- auch nix. Unterm Bett geguckt- nix. Angefangen, mich zu ärgern, wie man so schusselig sein kann. Nächster Schritt war dann: zurück in die Wäscherei und im Wäschesack gesucht. Und ja: die Klamotten sehen alle gleich aus und ich weiß nicht, in wessen Klamotten ich da rumgewült habe😬. Natürlich: auch keine Brille. Dann gedacht okay- ist sie eben weg. War dann an Deck lesen, so gut es eben ging. Auf dem Rückweg nochmal im Shop geguckt und die Frsu fragte mich dann, ob ich sie wiedergefunden hätte. Ich verneinte. Wühlte dann die „Lost and Found“-Kiste noch durch- nix. Und dabei fiel mein Blick auf das Pult mit den Ordnern: und was lag da? Meine Olle Brille.🙈🙈

 

 

 

Heute morgen war ich hier in einer Kirche. Eigentlich wollte „Mein Zahnarzt“ mitkommen, aber seiner Frau ging es heute morgen nicht so gut weswegen ich dann alleine mit Grace losbin. Sie ist eine von der „Daycrew“ und wohnt hier in Guinea.

Und mittlerweile können die von MercyShips sagen was sie wollen: Dass wir das Gebiet rund um das Schiff meiden sollen, verstehe ich. Da würde ich auch nicht alleine rumlaufen wollen. Aber überall anders habe ich für mich bisher das Gefühl gehabt, immer herzlich empfangen worden zu sein.

Das war sehr speziell heute in der Kirche. Ich war die einzige „weiße“ dort. Irgendwie war total Stimmung dort. Alle waren am Singen und am Tanzen und irgendwie war es total klasse. Ich saß also in meiner Bank- rechts neben mir ein Mädel mit vielen bunten Zöpfen, die mich dauernd anlächelte. Irgendwann hatte ich sie dann auf meinem Schoß liegen und sie war tatsächlich am schlafen 😉

Dort lag sie gefühlt eine halbe Stunde 😉 Danach lief sie zu ihrer Mutter, holte deren Handy und kam zurück. Tja…dort musste ich dann Rätselfragen auf Englisch über die Bibel beantworten. Und jedes Mal, wenn was richtig war, klatschte sie in die Hände.

Doch inmitten des Ganzen kam plötzlich ein Mann auf mich zu und ich musste aufstehen, bekam ein Mikrofon in die Hand und alle schauten mich an. Grace flüsterte mir auf Englisch zu, dass ich mich vorstellen soll. Okaaaaayyyy…..habe ich dann getan- auf englisch. Das Wort Mercyships haben Sie dann wohl verstanden und fingen an zu klatschen. Dass ich mich dabei etwas unwohl fühlte, brauche ich glaub ich nicht zu schreiben. Danach setzte ich mich wieder hin und alles ging ganz normal weiter.

Und jetzt werde ich mir mein Buch nehmen und mich nach oben and Deck setzen. Euch allen einen schönen Sonntag!

saskia

Unter diesem Link findet ihr ein kurzes Video- ein Zusammenschnitt der letzten Tage:

Was ist passiert die letzten drei Tage?

Donenrstag war ich ganz normal arbeiten. Da gibts nichts besonderes zu erzählen. Außer, dass ich mich zuhause vielleicht wieder dran gewöhnen muss, dass keiner hinter mir steht und lauthals irgendwelche Songs von Youtube mitsingt und alle rundherum irgendwie ein Lächeln im Gesicht haben und vielleicht sogar mitsingen. Könnten wir bei uns eigentlich mal einführen, oder? 😉 Und wenn den Afrikanern ein Lied gut gefällt, dann läuft das in Dauerschleife. Und sie singen in Dauerschleife 😉

Am Donnerstag habe ich schon wieder einen neuen „Azubi“ bekommen. Auch dieser konnte kein Englisch- und ich konnte noch immer kein Französisch. Also wieder alles irgendwie mit Händen und Zeichensprache usw. Aber es klappte. Nächste Woche werde ich wahrscheinlich noch mal jeden Tag jemand neues haben, den ich anlernen darf.

Ich habe jetzt übrigens nachgefragt, was mit der Zahnklinik geschieht, wenn Mercy Ships hier in wenigen Wochen abreist: Sie wird erhalten und Weiterbetrieben. Alle Einheimischen wurden das Jahr über darauf vorbereitet und geschult, sodass sie es hoffentlich schaffen, das Teil eigenständig weiterzuführen. Behandlungseinheiten usw. bleiben hier ebenfalls bestehen. Die einzige wichtige Frage, die ich noch stellen muss ist wie das mit den Materialien wie Kunststoffen für Füllungen, Desinfektionsmittel usw. laufen wird. Bisher wurde das Ganze durch Spenden finanziert. Sachspenden eben. Nur ich gehe mal davon aus, dass diese Spenden dann in den Senegal gehen- eben dahin wo Mercy Ships dann liegt. Ich weiß es aber ehrlich gesagt nicht und werde schauen, dass ich das noch irgendwie in Erfahrung bringe.

Genauso lässt mich die Sache mit dem 14jährigem Mädel nicht los. Rosemarie hat im OP nochmal einen Chirurgen gefragt und der meinte „ Sie wird früher oder später deswegen sterben“. Vielleicht muss ich in dieser Sache auch noch lernen, anders zu denken. Ich vergleiche es die ganze Zeit mit zuhause. Dort, wo man wenn man etwas hat, eben zum Arzt geht und eine Behandlung bekommt. Oder mehrere, bis der Fall eben abgeschlossen ist. Wäre das Mädel bei uns in Europa behandelt worden, hätte man vielleicht auch den gesamten Unterkiefer entnommen aber man hätte nicht einfach nur Platten eingebracht und das Ganze wieder vernäht. Man hätte irgendwelche Knochenaufbauten und Rekonstruktionen gemacht; vielleicht künstlich irgendwas und anschließend hätte man die Kaufähigkeit wieder hergestellt. Aber wir sind hier in Afrika. In Westafrika; Guinea. Dort, wo sich eigentlich keiner einen Arztbesuch leisten kann. Und hier bestand wahrscheinlich entweder die Möglichkeit der Entfernung des gutartigen Tumors und somit des Unterkiefers oder aber dieser wäre weitergewachsen und das Mädel hätte wahrscheinlich auch dann irgendwann nicht mehr essen können. Es ist schwer…

Nach der Arbeit am Donnerstag war das gesamte Dentalteam dann erst mal Eis essen. In einer Eisdiele. In Afrika. Yes und es war gut. So gut, dass wir gestern Abend mit 6 Leuten mit dem Jeep nochmals hingefahren sind.

Gestern hätte ich frei und habe eigentlich nicht viel gemacht. Viel gelesen und mich einfach mal ausgeruht.

Heute der Tag war ähnlich. Aber Rosemarie meine Schweizer-Kojen-Nachbarin ist heute abgereist. Das finde ich total schade, weil sie wirklich total genial war. Wir haben uns echt gut verstanden und es Tag gut, zwischen dem ganzen Englisch-Gebrabbel auch mal etwas deutsch zu sprechen. Dann wollte ich mich eben in mein Bett legen und wunder mich, dass da unter meiner Matratze was knistert. Das Foto, was drunterlag habe ich euch hier hinten angehängt:

Morgen steht auch nicht wirklich viel an. Ich werde mit „meinem Zahnarzt“ und seiner Frau hier morhen früh eine katholische Kirche besuchen. Bin gespannt, wie das wird 🙂

So. Dann wünsche ich allen eine gute Nacht und Dir Rosemarie einen guten Heimflug 🙂

Heute Abend mussten sie mal raus- die Tränen. Ich glaube, man macht und tut die ganze Zeit…hat kaum Zeit, darüber nachzudenken oder das Ganze, was man hier sieht und erlebt, irgendwie zu verarbeiten. Wenn man vom arbeiten zurückkommt, gönnt man sich eine Stunde der Ruhe bevor es mit Abendessen und sonstigen weitergeht….und anschließend fällt man total müde und ko ins Bett. Und am nächsten morgen geht dann um 6.30 schon wieder der Wecker.

Heute auf der Rückfahrt mit dem Jeep ist mir eine Szene im Kopf geblieben. Zur Abwechselung waren wieder Strassensperren und damit verbunden natürlich Stau. Am Strassenrand ein Mann, der einen weiteren Mann untergehakt hatte. Man sah auch schnell warum: der untergeghakte Mann war blind. Das eine Auge war komplett weiß und das andere irgendwohin gedreht. Auf jeden Fall sah der zweite Mann unser Auto, auf dem dick und fett MercyShips steht….sagte dies scheinbar dem anderen Mann und es kamen beide auf uns zu und klopften und hauten auf das Auto. Versuchten krampfhaft, die Scheiben irgendwie runterzuschieben. Ja sie flehten förmlich. Die Fahrerin verriegelte daraufhin das Auto und fuhr wieder an.

Ich weiß nicht, was ich denken soll… von dem Team haben viele weggesehen….aber wie soll ich wegschauen? Es berührt und beschäftigt mich- das muss ich ganz ehrlich zugeben. Und ich weiß nicht, was in so einem Moment wirklich richtig ist. Die Welt kann man hier nicht retten, das weiß ich…und trotzdem: irgendwie bleibt ein ungutes Gefühl zurück…

Die zweite Sache ist: 14 Jähriges Mädel mit irgendeinem gutartigen Tumor im Unterkiefer. Der gesamte Unterkiefer wurde ihr in einem Eingriff entfernt. Komplett. Komplett lag er da auf dem Tisch. Und dann einfach Metallplatten eingesetzt. Fragt man den behandelnden Arzt, wie es für das Mädel weitergeht sagt er nur, er wüsste es nicht – vielleicht im Senegal dann. Das Schiff ist hier in Guinea nur noch eine gewisse Zeit; danach gehts weiter in den Senegal. Bis jedoch die Wundheilung abgeschlossen ist- ja was ist dann? Es hat ja nicht mal irgendein Knochenaufbau oder sowas stattgefunden, worauf man hinterher irgendwas befestigen könnte. Das ist eine Sache, die ich in den nächsten Tagen versuchen werde, irgendwie herauszufinden. Und dass das Mädel irgendwie in den Senegal reisen kann, wenn sie hier nicht mal zum Arzt gehen konnten, weil die finanziellen Mittel fehlen…sorry….aber das glaubt er doch wohl selber nicht.

Sicherlich sind viele Sachen sehr gut, die hier gemacht werden können. Und ich glaube auch, dass so das Leben vieler Menschen hier verbessert wird. Und es ist trotzdem so verrammt schwer mit alldem irgendwie richtig umgehen zu können.

Ich habe heute wieder einen Afrikaner am Vormittag gehabt, dem ich die zahnmedizinische Assistenz beibringen sollte. Wieder: Er kann kein Englisch; ich kann kein Französisch. Abe irgendwie….irgendwie klappts dann doch. Auch, wenn er anfangs Mega aufgeregt und nervös war 😉 Ich hoffe, dass ich damit ein bisschen was weitergeben kann und ich wünsche mir, dass die Afrikaner, die ich hier zugeteilt bekomme uns sie anzulernen, später auch in diesem Beruf irgendwie arbeiten können bzw. die Chance bekommen, darin zu arbeiten. Aber all das werde ich wahrscheinlich nie erfahren.