Heute sind mit die Tränen gekommen. Mehrmals. Und jetzt sitze ich hier und könnte schon wieder heulen 😉

Warum? Weils einfach so krass viel ist, was an einem einzigen Tag passiert. Wir vom Dental-Team sehen morgens alle Patienten, die Schlange stehen bzw. auf der Erde sitzen und auf Behandlungen warten. Sie winken, sobald sie die weißen Jeeps ankommen sehen. Du winkst zurück, lachst zurück und hast einfach nur einen Mega Kloß im Hals.

“Mein Zahnarzt“ und ich haben heute dann mal wieder gefühlte 150 Zähne gezogen. Wahrscheinlich waren es heute sogar mehr. Und auch ich durfte heute ran 😉 Zuhause das Spritzen setzen geübt und heute dann meine ersten Zähne entfernt. „Mein Zahnarzt“ war nämlich kurz zur Toiliette verschwunden und der Afrikaner meinte zu mir „Okay. Now you can do it!“ Eine ältere Frau saß im Stuhl. 78 Jahre alt. Ihr haben wir 8 Zähne bzw. Zahnreste entfernt. Im Kopf die ganze Zeit die Frage, wie die Frau nun essen möchte. Bei uns in Deutschland wären vorher Abdrücke genommen worden. Es wären Zähne aufgestellt worden und bei dem Entfernungstermin im Anschluss wären die fertigen Zähne wieder eingesetzt worden. Hier verschwindet die Frau….ohne alles. Als wie fertig waren, stand sie auf und kam auf mich zu: Sie drückte mich, strich mir über die Wange, drückte mich, lachte und ließ mich gar nicht mehr los. Dann drückte sie Dan (den Zahnarzt mit dem ich arbeite) und dann kam sie wieder zu mir und weinte Freudentränen- und ich musste aufpassen, dass ich keine heule. So what- wie krass.

Anbei noch ein paar Fotos zu denen ich in den nächsten Tagen was sagen werde. Und bevor jetzt irgendwer denkt, dass ich da Bilder poste, die ich nicht posten darf: Stimmt nicht 😉 Das ist mit Mercy Ships und den Patienten durch Übersetzer und Unterschriften abgesprochen. Auch Mercy Ships selber wird diese Fotos für ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden dürfen 🙂

Heute gibts nicht viel zu berichten. Deswegen die Kurzfassung:

Wie war der Tag? Anstrengend, heiss, schwül, spannend, beängstigend.

Ergebnis: 162 Zähne am heutigen Tag entfernt. Und eine Füllung. Thats it.

Feierabend war schon gegen 15.00 Uhr, weil wir alle echt flott voran kamen. Allerdings haben wir für die 30-Minuten-Strecke zurück zum Schiff über 3 Stunden mit dem Jeep gebraucht, da es Unruhen auf den Straßen gab. Kein schönes Gefühl, wenn der Fahrer plötzlich das Auto verriegelt und Menschen auf die Autos zulaufen und drauf herum hauen. Wir haben alle nicht so richtig verstanden, was genau da los war. Und unsere Fahrerin wusste es auch nicht.

Ich war dann gerade noch shoppen in unserem Schiff-Shop. Weil raus in einen Supermarkt dürfen wir hier nicht. Hab mir ne zweite Flasche gekauft, weil die Literflasche, die ich heute mithatte vorne und hinten nicht gereicht hat.

Das ist was, was hier irgendwie fehlt: gefüllte, versiegelte Wasserflaschen kaufen zu können. Es gibt lediglich so Automatenteile mit gefiltertem und mit irgendwas zugesetztem Wasser. Das Wasser wäre Regenwasser was entsprechend aufbereitet würde. Aber es stinkt. Es stinkt dermaßen. Und ich Kriegs beim Besten Willen nicht durch den Hals. Hatte es gestern mit und hab den ganzen Tag kaum was getrunken. Morgens haben Sie zusätzlich irgendein anderes Zeug…schmeckt ungeheuerlich süß aber Besser als das komische Wasser. Davon werde ich mir dann morgen früh zwei Flaschen abfüllen und gut ist.

Abends war ich dann noch mit Rosemarie im Internetcafe. Anbei ein Foto: Findet den Fehler 😉

Hast Du jemals einen sichtlich Fremden auf der Straße einfach angelächelt und gesagt „Willkommen in Deutschland!“ und dies einfach nur aus Nettigkeit und Nächstenliebe getan?
Denkst du beim Duschen daran, dass viele Menschen verteilt auf dieser Welt niemals die Möglichkeit haben, sich einfach mal so zu duschen und zu säubern, mit frischem und sauberem Wasser?
Hast Du jemals beim Anknipsen des Lichtschalters darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn ständige Stromausfälle deinen Alltag begleiten würden?
Hast Du jemals, wenn dir was weh getan hat und du Schmerzen hattest, darüber nachgedacht, ob Du es dir leisten kannst zum Arzt oder in ein Krankenhaus zu gehen bzw. wie es wäre, wenn es gar keins gäbe?
Hast du dich beim Arzt auch schon mal beschwert, weil du 15 Minuten warten musstest auf deinen Termin?
Hast Du jemals darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn Du auf einem komplett anderen Platz auf dieser Welt geboren wärest und Du dir die für dich jetzt selbstverständliche Dinge – hart erkämpfen müsstest? Möglicherweise dein ganzes Leben ein Kampf zum ÜBERleben geworden wäre?

Wer entscheidet Schicksale?

Viel zu viele Dinge sind für uns einfach so selbstverständlich. So Selbstverständlich, dass wir oft einfach vergessen Dankbar zu sein. Wenn wir genug zu essen haben- warum nicht mal ein Danke dafür? Sauberes Wasser, Elektrizität. Morgens aufstehen können und man ist gesund. Ist das alles so selbstverständlich? Hey du- ja genau du- Danke dass es dich gibt! Damit möchte ich nicht ans schlechte Gewissen appelieren. Aber vielleicht täte uns allen ein bisschen Gelassenheit und vor allem Dankbarkeit und Wertschätzung für die für uns so selbstverständlichen Dinge mal ganz gut.

Wie war mein Tag heute? Der Wecker klingelte um 6. Dann hieß es nacheinander eben ins Bad hüpfen zum Zähne putzen. Viel mehr ist nicht drin, wenn 6 Leute dies tun wollen. Geduscht wird am Vorabend, da im Zimmer auch welche sind, die nachts arbeiten und dann schlafen wollen. Frühstück, dann eine kurze Einweisung und dann ging es auch schon in die Jeeps. Warum sinds Jeeps und keine Autos? Tja….die lieben Strassen….die Frau am Steuer nannte sie liebevoll „Bumping-Street“. Traffic ohne Ende…Chaos, voll, laut, staubig und das alles auf einer Mega Holperpiste. Die Zahnklinik liegt außerhalb und wurde eigens von Mercy Ships errichtet. Es gibt pro Stuhl immer ein Dental-Team und ein einheimisches Team, die sich das gerade alles noch anschauen. Mercy Ships möchte nämlich, wenn sie nächstes Jahr im Senegal Ankern, dass die Zahnklinik weiter bestehen bleibt. Deswegen werden eigene Leute geschult und angelernt.

Ich habe heute mit einem Zahnarzt aus Kanada zusammengearbeitet. Neue Umgebung, neue Leute, andere Instrumente, andere Arbeitsweise und dann alles noch in Englisch. Und zwar ein „Unterm-Mundschutz-genuschelt-Englisch“. Anfangs echt schwierig. Aber für beide Seiten- und auch an den anderen Stühlen wurde viel mit Händen und Füßen geredet. Tatsächlich ist das gesamte Dentalteam aus ganz verschiedenen Ländern. Das macht es aber irgendwie auch spannend.

Und dann das eigentliche: Die Patienten werden jeden Montag und Donnerstsg gescannt- bedeutet dass sie zu Hunderten anstehen..und warten. Darauf warten, dass sie ein Armband mit einem Datum bekommen und nicht aussortiert werden. Wonach genau da gegangen wird, weiß ich noch nicht. Ich werde aber mal fragen, ob ich nächste Woche Dabeisein darf. Die Leute stehen stundenlang in der prallen Sonne…dann kommt der Jeep mit unserem Dentalteam dort an und die Leute lachen und klatschen. Und irgendwie…irgendwie fühlt sich das falsch an. Man fühlt sich unwohl. Klar- ihnen zu helfen ist ein schönes Gefühl. Und wenn sie Dir nach einer Reihenextraktion (keine Ahnung..10-15 Zähne auf einmal ziehen) die Hand schütteln und auf die Schulter klopfen…puh. Im Kopf vergleicht man das die ganze Zeit mit daheim, wo oft nicht mal ein Danke kommt.

Wir haben heute übrigens 78 Zähne gezogen. Also „mein“ Zahnarzt und ich. Die anderen Teams sicher auch. Gearbeitet haben wir aber nur 4 Stunden heute, weil vorher noch diese Kennlernmeerings usw. waren. Übrigens: Der Strom war andauernd weg. Deswegen arbeiten wir gar nicht mit OP-Lampwn sondern lediglich mit kleinen Taschenlampen auf der Stirn. Wenn Strom weg, dann funktioniert auch kein Sauger. Und kein Bohrer. Es wird trotzdem weitergemacht. Draußen warten die Leute.

Ich bin gespannt, was der Tag morgen bringen wird. Danke für den heutigen Tag und gute Nacht! 🙂

 

So ich bin angekommen und liege gerade tatsächlich in meiner Koje- in einem 6er- Zimmer. Was aber gar nicht schlimm sondern eigentlich sogar ganz schön ist! Es ist immer ein Doppelstockbett in einer kleinen Nische mit Schrank, Schreibtisch usw. und man kann auch einen Vorhang vorziehen. Die, die nicht Nachtschicht haben und die ich schon kennenlernen durfte sind superlieb.

Es fing allerdings wieder etwas chaotisch an. Mein Wecker und der Weckruf gingen heute Nacht um 2.30 Uhr. Schlafen konnte ich nicht wirklich. Als ich das letzte Mal auf die Uhr schaute war es halb eins. Ich hab das ganze dann durch etwas längeres duschen und einen Kaffee kompensiert. Der erste Flug ging von Düsseldorf nach Paris. In Paris angekommen ging es mit einem Shuttlebus zu den entsprechenden Gates. Tja…Saskia ist dann einfach mal in den falschen Bus gestiegen und hat so erst mal unfreiwillig eine Flughafenrundtour gemacht😂und auch leichte Panik bekommen, da die Unstiegszeit nur eine knappe Stunde war🙈Raus aus Bus 1- einmal quer durchs Terminal Treppen hoch, Treppen runter und dann ab rein in den richtigen Bus. Als ich dann kurz drauf im Flieger sass, hob dieser nicht ab. Immer und immer wieder wurden die Turbinen gestartet- das ganze Prozedere dauerte über 2 Stunden, sodass die Crew dann irgendwann getränke und essen verteilte. Warum der Flieger nicht ging, wusste keiner. Alle Durchsagen waren nur auf Französisch…

Die zweite Sache, die sehr merkwürdig war: Ich saß von Düsseldorf nach Paris alleine hinten im Flieger. Von Paris nach Nouakchott war er dann rappelvoll…überwiegend mit dunkelhäutigen- und anschließend der Weiterflug nach Conakry wieder seeeehr leer. Aber letztendlich bin ich dann doch irgendwann angekommen.

trotzdem: irgendwie ist ganz alleine fliegen schon irgendwie komisch. Und ganz alleine so weit weg in ein fremdes Land noch viel komischer.

am Flughafen lief dann alles gut. Bis auf dass ein Mann auf mich zukam und „Mercy Ships“ fragte. Anschließend wollte er meinen Reisepass haben und verschwand damit. Ehmja…den gebe ich ja eigentlich nur sehr ungern aus der Hand. Habe ihn aber wiederbekommen 😉

Mit dem Jeep ging es dann rüber zum Schiff. Ich habe ja schon ein bisschen was gesehen von der Welt- mag ich zumindest behaupten. Die ersten Eindrücke von Conakry haben mich allerdings schon schlucken lassen.

Hier angekommen gabs erst eine Begrüßung und ein kurzes Einweisen, Schlüssel für die Kabine usw. Alles schön auf Englisch 😉 Ich habe auch meine Arbeitsklamotten schon bekommen und bin gespannt, was mich da morgen alles erwartet. Vormittags gibts noch Einweisungen und ab nachmittags gehts dann ans arbeiten. Laut Unterlagen gibts 45-Stunden-Wochen. Aber dafür bin ich ja hier. 🙂

anbei noch ein paar erste Fotos….leider alles nur Handyaufnahmen 😉


 

 

So- ich sitze im Zug auf dem Weg zum Flughafen Düsseldorf. Dort werde ich noch eine Nacht bzw. eher gesagt eine halbe Nacht im Hotel verbringen und dann geht morgen früh um 6.40 mein Flieger über Paris nach Afrika.

Das erste Mal ganz alleine so weit weg. Ich werde dort 3 Wochen lang auf der Africa Mercy- dem größten Hospital- und Hilfsschiff der Welt arbeiten. Das Schiff liegt für ein 3/4 Jahr kn Guinea und dort ist dann auch mein Einsatz. Ich bin gespannt, was mich dort erwarten wird…und vor allem ob ich mit meinem „Schulenglisch“ dort zurechtkomme.

450 Ärzte und andere freiwillige arbeiten dort ehrenamtlich…alle mit demselben Ziel: Den Menschen dort, für die eine ärztliche Versorgung eigentlich unmöglich ist, eben eine solche zu ermöglichen. Das, was für uns selbstverständlich ist, ist für die Menschen in Guinea eigentlich unzugänglich.

Ich bin gespannt und werde- falls es mir möglich ist- weiter berichten!

Bis dahin verbleibe ich mit lieben Grüßen!


ZURÜCK IN DEUTSCHLAND

Weil viele in den letzten Tagen nachfragten und ich auch immer wieder Nachrichten bekomme: Ja – wir sind zurück in Deutschland!

Ich muss zugeben, dass ich in der zweiten Woche – nach meinem kleinen Unfall – keine Lust mehr hatte, den Blog zu schreiben oder Fotos hochzuladen. Grund war eben unter anderem mein Roller-Crash.
Ich habe dahinten vor allem die Rippe gemerkt – und wieeeee. Die tat sch*eineweh. Zum Glück hatte ich genug Ibus mit, sodass ich mich damit „über Wasser halten konnte“.
Zuhause hab ich kaum jemandem was gesagt – und auch Lena gegenüber nicht wirklich. (Sorry Lena an dieser Stelle 😉 ) Grund war, dass ich nicht wollte, dass sich jemand Sorgen macht- und wie immer: Saskia das selber schon irgendwie schafft… Dickkopf eben. Und ja – Ru

cksack-tragen usw. mit kaputter Rippe ist übrigens Mist.
Dort, wo wir waren, gibts nicht wirklich eine gescheite ärztliche Versorgung, sodass ich wirklich froh war, als wir schon mal wieder zurück in Bangkok waren. Da gingen dann auch so langsam die Ibus zuende – aber der Rückflug nahte dann ja auch.
Von Frankfurt aus ging es nach Hause – und zuhause erst am nächsten Tag zum Hausarzt. Nachdem ich da etwas länger gewartet hatte, schilderte ich ihm, was passiert war. Er schaute sich nur meinen Fuss und die Rippe an und meinte „Das geht jetzt direkt weiter ins Krankenhaus.“ Gut. Kein Bock. Aber innerlich hatte ich ehrlich gesagt schon fast damit gerechnet. Da dann das gesamte Prozedere mit Röntgen, Ultraschall usw. Ende vom Lied: Rippe kaputt und Fuß kaputt 😉

 

Die letzten Tage

Die letzte Nacht in Myanmar verbrachten wir auf einem großen Schiff, welches als Hotel umgebaut wurde. Früh morgens ging es dann für uns allerdings schon mit dem Taxi zum Flughafen, um zurück nach Bangkok zu fliegen. Morgens um 5 standen wir vor dem Hotel und warteten auf unser Taxi… und was sahen wir? 30 Chinesen…. 30 Chinesen, die morgens um 5 vor dem Hotel ihre Yoga-Runde machten…weitere 10 Chinesen rannten im Eiltempo von rechts nach links… mag Walking gewesen sein… Ehmja. 😀

Zurück in Bangkok, verbrachten wir dort die letzten zwei Tage etwas entspannter. Wir hatten dort auch  eigentlich alles gesehen, was wir sehen wollten. Ein Markt-Besuch erwies sich als „Reinfall“. Im Reiseführer wurde dieser Markt angepriesen – doch vor Ort mussten wir feststellen, dass die meisten Marktstände geschlossen waren. Kurzerhand pflanzten wir uns an einen See mitten in Bangkok und verbrachten so dort die letzten Stunden.

Abends ging dann unser Flieger zurück nach Deutschland. 6,5 Stunden bis nach Muscat – 3 Stunden Aufenthalt und dann nochmal fast 8 Stunden bis Frankfurt… plus 3,5 Stunden Auto fahren… 😉 Am Flughafen in Frankfurt haben wir beide uns aber erst mal eine große Tasse Kaffee gegönnt t- und ein Körnerbrötchen mit Wurst 😀 Ebenso durfte das Eis für mich an der Tanke nicht fehlen, nachdem ich mir 2 Wochen lecker Eis nur angucken durfte (aufgrund der „Kühlkette“, die in solchen Ländern schnell unterbrochen werden kann, sollte man dort auf Eis verzichten und das ist verdammt schweeeeer… ) Also bei Minusgraden in Frankfurt habe ich mir dann mein Magnum gegönnt 😀

 

Heute sind wir fast 6 Stunden mit dem Circular Train von Yangon durch die Gegend gefahren. Bei der Fahrt sah man beide Seiten: extrem arme Blechhütten und im Gegensatz dazu große, teure Bauten.

Man kann diese Zugfahrt, die wir heute gemacht haben, auf zweierlei Art und Weise erleben: Einmal in AC-Abteilen, die es extra für die Touristen gibt oder aber eben in der „Holzliga“. Wir kauften uns Tickets für die „Holzliga“ und konnten so komplett eintauchen in das einheimische Leben. Die Fahrt für diese 6 Stunden kostete uns jeden 200 Kyat – das sind umgerechnet 12 Cent.

Die Händler schleppten ihre Waren durch den Zug und verkauften unter den Einheimischen lautstark ihre Sachen. Oft warfen sie uns verwunderte Blicke zu und wir bekamen einfach so ein Lächeln geschenkt. Ein älterer Herr setzte sich zu uns und versuchte mit ein paar wenigen Brocken Englisch, die er konnte, sich mit uns zu unterhalten. Plötzlich stand er auf, und rupfte einer anderen Frau im Abteil zwei kartoffelähnliche Dinger aus ihrem Korb und schenkte sie uns. Eine davon hat er selber gegessen. Die Frau schien genauso verwundert wie wir, ließ sich aber danach nichts mehr anmerken. Das Teil roch etwas nach Radieschen..was genau das war, wissen wir aber bis jetzt noch immer nicht.

In Myanmar fällt übrigens ganz stark auf, wie hilfsbereit und freundlich die Menschen sind. Das habe ich persönlich noch in keinem anderen Land so krass erlebt. Als wir das Problem hatten, dass unsere E-Roller den Geist aufgegeben haben, stand keine zwei Minuten später ein Mann bei uns am Straßenrand, band seine Ladung ab und schleppte uns zum Hotel hin ab. In Deutschland hätten wir das Teil vermutlich die letzten drei Kilometer schieben müssen. Und das ist nur ein Beispiel…

Die letzten 3 Tage…

…sind wie im Flug vergangen. Wir waren nur unterwegs und ich habe abends den Blog einfach mal Blog sein lassen. Jetzt gibts aber eine kurze Zusammenfassung.

Am 11.02. sind wir eigentlich nur Bus gefahren. Der Bus fuhr morgens um 07.30 Uhr in Yangon ab und kam hier in Bagan gegen 18 Uhr an. Der gesamte Bus war irgendwie fast nur mit Einheimischen gefüllt, die, warum auch immer, so eine weite Strecke zurücklegten. Ansonsten noch ein weiterer Backpacker und wir. Angekommen, mussten wir schauen, wie wir in unser Hotel kamen. Natürlich standen direkt wieder „Taxifahrer“ dort, die uns fahren wollten. von 15.000 Kyat, die er für die Strecke haben wollte, haben wir hinterher noch 8 Kyat bezahlt – das war für uns dann in Ordnung. Den Tag selber lief gar nichts mehr. Wir haben noch zu Abend gegessen und sind danach in den Federn verschwunden.

Am Tag drauf; den 12.02. ist dann so einiges passiert. Um 5 klingelte der Wecker. Wir haben uns kurz Klamotten übergeschmissen und sind mit unserer Cam „bewaffnet“ nach unten zur Rezeption gegangen, um uns um diese Zeit einen Roller auszuleihen. Hier gibts nur E-Roller, die etwas gewöhnungsbedürftig sind. Aber okay. Wir die Dinger geliehen und losgeknattert. Wobei – bei den E-Rollern fehlt das „knattern“ irgendwie- die fahren fast geräuschlos. Es gibt in Bagan über 2000 Pagoden. Und wir haben keine einzige gefunden, auf die wir für den Sonnenaufgang gehen konnten. Die meisten sind mittlerweile verschlossen. Ein paar Einheimische haben das als Geschäftsidee und fahren wohl jeden morgen vor und jeden Abend nach Sonnenuntergang die Gegend ab, um Menschen wie uns einzusammeln, die auf der Suche nach einer Pagode sind. So auch an diesem Tag. „Do you want to see the sunrise?“ Wir dies bejaht und schon fuhr er vor uns her und führte uns zu einer Pagode, die tatsächlich noch besteigbar ist. Und sie war voll. Seeeeehr voll. Und trotzdem erwischten wir noch einen Platz, um von dort Fotos aufnehmen zu können.

Danach ging es zurück zum frühstücken ins Hotel. Aber nur, um uns anschließend neue Roller auszuleihen. Die Dame an der Rezeption meinte zu uns, dass die Roller 8 Stunden halten würden. Okay… in 8 Stunden sollten wir das schaffen (dachten wir da noch). Wir also von Pagode zu Pagode gefahren. An jeder einzelnen Pagode Schuhe und Socken aus… Rundgang und danach Schuhe und Socken wieder an. 😉
Einfach nur wahnsinn. Tja… und an Pagode Nummer 2 machte ich Bekanntschaft mit einer Mauer. Wir haben unsere E-Roller abgestellt als ein schrilles Pfeifen ertönte. Der Typ pfiff wie ein Irrer auf seiner Trillerpfeife herum. Ich wollte dann schnell meinen Roller ein Stück weiter nach rechts stellen. Dumm nur, dass ich dabei an den Griff zum Gas-Geben kam und der Roller samt mir hinten dran voll Speed an die Mauer knallte. Ich wusste, dass es knallen wird, konnte aber nichts mehr dagegen tun. Rumms… mit dem Helm an die Mauer, mit Schienbein, Oberschenkel und Knie an Roller und Mauer gekracht. Autsch. Verdammt. Das Schienbein fing direkt an zu pockern und auch sonst fand ich die Situation nicht besonders lustig. Lena brachte dann meinen Roller weg und ich war innerlich am fluchen. Der Roller hat übrigens auch ordentlich Kratzer abbekommen. Auch das Display oben drin wackelte danach. Das habe ich abends, als wir die Roller zurückbrachten auch direkt an der Rezeption gesagt. Die Frau fragte mich nur, ob der Roller noch fahren würde. Ich bejahte das und sie schüttelte mit den Schultern nach dem Motto „Wenn er noch fährt ist ja alles gut.“ Tja… mir soll es nur recht sein.
Aaaaber damit war es noch nicht genug. Die Story des Tages kam erst noch. Die Frau morgens meinte, der Roller würde 8 Stunden halten. Lena und ich gerechnet und deswegen erst um 11 Uhr losgefahren. Gegen 18 Uhr haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Es ging bergauf. Ich drehte mein Gas komplett auf und die Tachoanzeige…. 55….52….48….46…40….38….32….26…24…20…18…16…11…9. Mist. Es ging nichts mehr. Ich hielt an. Lena fuhr vor mir und war dann auch leider nicht mehr zu sehen. Joar…. da konnte ich nur warten, bis sie merkt, dass ich nicht mehr da bin. Und dieses merken hat gedauert 😀 😀 Ich sah nichts mehr von Lena und dachte nur „Toll…. jetzt stehst du hier. Und dein Navi funktioniert auch nicht!“ 😀 Ich schrieb Lena ne Whatsapp – auf die ich dann auch ein paar Minuten später eine Antwort bekam. Ich das Gas nochmal voll aufgedreht…. 12…8… aber er fuhr. Er fuhr langsam, aber er fuhr. Bis Lena schaffte ich es noch. Sie meinte dann, dass ihrem Roller auch der Saft ausgehen würde. Laut ihrem Navi waren es noch über 3 Kilometer zum Hotel. Herzlichen Glückwunsch. Sowas kann auch wieder nur uns beiden passieren. Ich wusste in dem Moment nicht, ob ich lachen oder schreien soll. 😀 Wir standen keine 2 Minuten am Straßenrand und überlegten, was wir jetzt machen können, als ein Rollerfahrer mit einem Baumstamm hinten drauf anhielt. Er fragte uns, ob er uns helfen könne. Wo wir herkommen. Welches Hotel und ob er uns „abschleppen soll.“ Er wartete die Antwort nicht mal ab sondern hat unseren Roller an ein Seit gebunden; das Seil an seinen Roller und dann gings ab zum Hotel. Die Fahrt war nicht ohne und wir beide hatten einfach nur Angst, dass das schief geht. Aber: Wir sind heile angekommen!

Heute an 14.02. sind wir vormittags auf einen lokalen Markt GEGANGEN. Vom Roller fahren hatten wir erst einmal genug 😉 Bis um 13 Uhr haben wir es dort ausgehalten und uns dann einfach mit einer Dose Cola an die Straße gesetzt und dem bunten Treiben zugesehen. Danach gings zurück zum Hotel oben auf die Dachterasse…ein bisschen ausruhen. Anschließend sind wir wieder mit den Rollern losgezogen, um nach einer schönen Pagode für den Sonnenuntergang zu schauen. Und die haben wir dann auch gefunden! 🙂

 

Schon mal einen Flug 3 Stunden vorher gebucht und dann direkt los zum Flughafen gefahren? Nein? Wir beide bis heute auch nicht – aber von vorne 😀


Als wir so reisewütig diesen Urlaub geplant haben, haben wir Tickets gebucht bei GreenBus einmal für Chiang Mai – Mywaddy (ca. 10 Stunden) dann direkt weiter von Mywaddy nach Yangon (nochmal 10 Stunden) und den Bis von Yangon rüber nach Bagan (nochmal knappe 10 Stunden). Unterm Strich wären das 2 komplette Tage und eine Nacht im Bus gewesen. Mit dem Gedanken sind wir dann auch heute morgen aufgestanden.
Wir also mit dem Taxi heute morgen um halb sieben los zum Busbahnhof; unser Ticket holen. Dann hatten wir noch Zeit und spaßeshalber haben wir im Handy nach Flügen geschaut. Irgendwie hatten wir beide keinen Bock auf diese elendige Busfahrt- vor allem deshalb, weil uns dann 2 komplette Urlaubstage fehlen würden. Für Inlandsflüge waren die leider gar nicht mal so günstig. Wir haben jeder knapp etwa 200 Euro dafür auf den Tisch legen müssen.
Und ab da nahm das Chaos seinen Lauf. Da wir soooo Megaschnell gebucht haben, habe ich in der Eile „KREFT“ als Hausnamen bei mir eingetragen. Die Frau am Schalter sprach kuz mit einer Kollegin und ab da war es dann okay, dass ich als Kreft reise. Glück gehabt 😉

In Myanmar selber hatten wir direkt ein nicht so schönes Erlebnis. Wir wollten direkt Geld tauschen – wir wir das immer machen. Lena hatte 2 x 50-Euro-Scheine und bekam entsprechende Kyat dafür. Ich hatte dasselbe Geld – nur in 20er Scheinen und mir wollte sie partout einen anderen, niedrigeren Preis zahlen. SIe meinte immer, dass das nicht dieselbe Menge an Geld sei und ich deswegen weniger bekomme. Es hat etwas gedauert, bis ihre Kollegin ihr dann schließlich sagte, dass es vorbe ist 🙁

Dann Landung in Myanmar – angestellt beim Einreise-Ausreiseschalter. Experte Saskia hatte natürlich ihren Ausreisezettel irgendwo in den Tiefen ihrer Tasche verklüngelt. Dann musste ich kurz zurück zu einem Schalter und mir da einfach einen neuen Zettel holen. Dann klappte das mit der Aus- und Einreise dann auch.
Innerhalb von einer Stunde sind wir in Yangon gelandet und direkt weiter zum Hotel gefahren. Eben die Klamotten ins Zimmer gebracht und dann direkt wieder los zur Shewedagon Pagode.
Aufgefallen ist uns direkt in Myanmar, dass wieder Rechtsverkehr herrscht; ungewöhnlich für Asien. Allerdings haben die ihr Lenkrad trotzdem auf der rechten Seite im Auto – warum auch immer. Was ebenfalls auffällt ist die superfreundliche Art der Menschen hier.  Eigentlich behauptet man dies ja von den Thais – aber Myanmar ist da unglaublich. Jeder lächelt einen an und fragt, wie es einem geht, ob man klarkommt. Unser Taxifahrer hat den Rückweg vorhin nicht gefunden- er hielt an – zwei Männer kamen auf unser Auto zu und denen gab ich sogar mein Handy durchs Fenster. Die zwei erklärten dem Taxifahrer dann den Weg nochmal und gaben mir mein Handy zurück. Woanders wäre es sicher weg gewesen 😉

In der riesigen Tempel-Anlage sind wir einem Mönch begegnet. Bzw. wir sind mehreren begegnet, aber dieser sprach uns an. Er erzählte uns, dass er gerade dabei sei, Englisch zu lernen und ob er uns das gesamte Gelände zeigen dürfte. Klar. Durfte er. Das war supergenial – auch wenn wir manche Worte einfach nicht verstehen konnten. Das nicht mangels Englisch sondern aufgrund von Genuschel 😉 Letzendlich war es eine schöne Begegnung und wir haben uns bestimmt 1-2 Stunden mit ihm unterhalten. Zu guter Letzt wurden noch die Facebook-Kontaktdaten getauscht 😉

So hier ist auch Ende für heute – morgen gehts schließlich eine Strecke mit dem Bus bis Bagan 😉
Lena und Saskia